Wir sind nordöstlich von Recklinghausen, am Südrand der Haard, die ihrerseits zum Naturpark Hohe Mark gehört. Unsere Wanderrunde startet am Nordrand der westfälischen Stadt Oer-Erkenschwick. Bergbau ist das Thema der Runde über die bewaldete Halde und das Gelände der Zeche Ewald Fortsetzung sowie dem Bergbau- und Geschichtsmuseum Oer-Erkenschwick, wo wir starten werden.
Das „Oer“ wird „Ohr“ ausgesprochen, das „e“ ist ein Längenzeichen, das aussagt, dass der Vokal davor gedehnt ausgesprochen wird. Wir parken auf dem Parkplatz an der Stimbergstraße, beim Discounter und den anderen Läden, und gehen zum Bergbaumuseum Oer-Erkenschwick mit Lehrstollen. Ab der Seilscheibe beginnen die Führungen durch die Geschichte mit Einblicken in die Technik von einst. Der Begriff „Fortsetzung“ im Zechennamen bezog sich auf ein Grubenfeld, das als Reserve der Zeche Ewald vorgesehen war. 1899 kam es bereits zur ersten Teufung mit Schacht 1 und die „Fortsetzung“ ging in den Zechennamen über. So richtig los mit dem Kohleabbau ging es 1903 mit über 400 Beschäftigten.
Für die brauchte es Wohnraum und der Siedlungsbau begann mit der Stimberg-Siedlung 1907. 1909 folgte eine Siedlung in Rapen, 1913 die Siedlung Lusenheide. Zur Spitzenzeit waren fast 5.500 Menschen beschäftigt. Es folgten Zusammenlegungen und schließlich 1992 das Betriebsende mit Verfüllungen und Abrissarbeiten. Der stark in Mitleidenschaft gezogene Förderturm von Schacht III ist als Denkmal eingetragen worden und der Förderverein kämpft um seinen Erhalt.
Seit 2009 ist das Gelände der Halde zugänglich und dient der Naherholung. Wir steigen auf zum Grünen Klassenzimmer auf rund 112m. Wo der Vegetationsstand es zulässt, haben wir einen Blick in die Umgebung und auf den Förderturm. Wir wandern abwärts, streifen Rapen und das einstige Zechengelände, wandern nochmals ins Grüne, durch das sich die Runde schließt.
Bildnachweis: Von Arnoldius [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
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