Ulmer Winkel: Wandern auf den Spuren der Patrizier


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 30 Min.
Höhenmeter ca. ↑130m  ↓130m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die Patrizier hätten für ihre Geschäfts sicher auch auf die Spur der A7 gesetzt, die heute durch den Beritt unserer Wanderung gespurt ist, östlich von Ulm. Wir sind im Ulmer Winkel, südöstlich, rund um Reutti. Insgesamt führt uns die überwiegend steigungslose Runde über etliche Kilometer Feld- und Waldwegen sowie ein Teil auch auf asphaltieren Fußwegen.

Nach den Patriziern wurde die Wanderung daher benannt, weil die Wohlhabenden in diesem Winkel Ländereien links der Donau besaßen und dort ihre bescheidenen Schlösschen für die Sommerfrische bauen ließen. Wir sehen davon Schloss Reutti und Schloss Jedelhausen. Beide Dörfer gehören zu Neu-Ulm.

Wir parken Am Buchwald, nahe der Gemeindehalle Reutti. Sogleich wenden wir die Schritte zum Schloss Reutti, das hinter einem Zaun und in Privatbesitz ist. Es thront auf dem Schlossberg. 1550 ließ ein Herr Roth, der durch Geld- und Handelsgeschäfte zu Reichtum gelangt war, anstelle einer Burg dort ein Patrizierschloss bauen, und nochmal 1554, weil es im Markgrafenkrieg abbrannte. Zum schmucken Gesamtbild kann man die benachbarte evangelisch-lutherische Kirche St. Margaretha zählen, deren Geschichte als katholische Kapelle im 13. Jahrhundert begann.

Durch die Feldflure wandern wir nach Jedelhausen. Das dortige Patrizierschloss Jedelhausen stammt aus dem 16. Jahrhundert und schaut nach einer großen Villa aus. Der Walmdachbau wurde im 18. Jahrhundert barockisiert.

Wir werfen nur einen Blick hin und wandern durch Jedelhausen in Richtung Plessenteich und dem Vogelschutzgebiet. Hier kommt der Landgraben vorbei und man kann die Riedlandschaft und das Ergebnis der Renaturierung betrachten. Der 26ha große Plessenteich ist ein Baggersee, wo nun statt gebaggert gebalzt wird. 

Am Plessenteich heißt der Weg, der dem Landgraben folgt. Wir kommen über die St2019, sind in Richtung Finningen unterwegs, durchstreifen verschiedene Vegetationen, biegen nach rechts in den Eulesweg nach Finningen. In dem Ort steht inmitten die gotische Kirche St. Mammas mit romanischen Wurzeln und Barockelementen. Auch eine Mariengrotte haben sie da. Mamas von Kappadokien ist ein Märtyrer aus dem 3. Jahrhundert. Finningen ist die einzige Kirche in Deutschland, die seinen Beistand hat.

Mit der St2021 schwingen wir uns über die Autobahn (A7) und kommen durch Neuhausen. Dann wandern wir mit einem Aufwärtsschwung durch das Wäldchen Buchwald, kommen an der Kriegsgräberstätte Reutti vorbei, über die A7 und sind wieder am Ausgangsort.

Bildnachweis: Von Richard Mayer [CC BY 3.0] via Wikimedia Commons

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