Ulm Stadtrundgang


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Länge: 8.23km
Gehzeit: 01:59h
Anspruch: leicht
Wegzustand: gut
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Höhenprofil und Infos

Die einstige Reichsstadt Ulm, im 9. Jahrhundert gegründet, in einem einzigen Stadtrundgang zu erfassen ist nahezu unmöglich – wie soll das auch gehen, wenn die Stadt selbst sagt, sie sei eigentlich zwei. Gemeint ist Ulm (Baden-Württemberg) und Neu-Ulm (Bayern).

Wir nehmen es planvoll in Angriff, um so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich in die Runde zu bekommen: Altstadt mit Ulmer Münster, Marktplatz, die gewogen fließende Donau, besuchen die Grüne Lunge Ulms mit Park, Mittlerer- und Oberer Ausee und lernen auf dem Weg zum Bahnhof weitere sakrale Baudenkmäler kennen.

Erste touristische herausragende Station ist das Ulmer Münster auf dem Münsterplatz, an dem etliche Gebäude aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stammen. Im Kontrast zwischen den Bauzeiten steht das 1993 eröffnete Stadthaus mit moderner Architektur vom New Yorker Architekten Richard Meier.

Das Ulmer Münster im Stil der Gotik (1377) hat mit seinem 161,53m hohen Turm den höchsten Kirchturm der Welt. Das evangelische Kirchengebäude misst 123,56m in der Länge und 48,8m in der Breite, die Höhe des Mittelschiffs beträgt stolze 41,6m. Im Mittelalter konnten bis zu 22.000 Menschen in der Kirche stehen, was damals üblicher war, als zu sitzen. Der Turm kann bis in eine Höhe von 148m über 768 Stufen erklommen werden. Das sich bietende Panorama ist fantastisch!

Das Rathaus zeigt sich mit schmucken Fresken und der astronomischen Uhr aus der Zeit um 1520. Das Rathaus aus drei verschiedenen Bauteilen wurde im 14. Jahrhundert begonnen. Sein heutiges Aussehen entstand überwiegend im Stil der Frührenaissance und geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Wir sehen einen Laubengang unten, Fresken an den Geschossen, Staffelgiebel und gezierte Fensterumrahmungen beim Kaiserfenster, an der Ostseite ist eine Verkündigungskanzel.

Hinter der Stadtmauer an der Donau erhebt sich der Metzgerturm, als Stadttor der mittelalterlichen Befestigung (Abstecher). Es wurde um 1340 als Ausgang zum Schlachthaus errichtet. Wem Vergleiche zu Pisa in den Sinn kommen, sitzt keiner optischen Täuschung auf, denn der 36m hohe Turm ist um 3,3° geneigt. Die Sage dazu: eine Schar beleibter Metzger drängte sich aus Angst in eine Ecke des Turms, als der Bürgermeister eintrat, um sie für schlechte Ware zu bestrafen, da gab der Boden nach.

Die Donau lassen wir rechts von uns fließen, gehen durch den Rosengarten, treffen auf Skulpturen, wandern entlang dem Valckenburgufer und Gänswieseweg zu den Sportstätten Gänswiese und weiter in den Park mit dem Fort Friedrichsau. Flanieren im Schatten zahlreicher Bäume aus aller Herren Länder. Die Grüne Lunge atmet auch Theaterluft und es findet sich der Tiergarten Ulm, eingerahmt vom: Mittlerer- und Oberer Ausee, wobei wir zwischen dem Mittleren- und Unteren Ausee spazieren. Der ist wiederum umgeben von der Donauhalle und einem Festplatz.

Nach dem Grün biegen wir hinter der Justizvollzugsanstalt, ja, sowas gibt es auch im idyllischen Ulm, in die Niederländerhofstraße ein, schlängeln uns zum Alten Friedhof, den wir durchqueren und ihn an der Friedenskapelle sowie bei der St. Georgs-Kirche verlassen. Diese Kirche wurde als katholische Garnisonskirche 1904 fertiggestellt, sie folgt dem Stil der Neugotik und fällt durch den breit gelagerten Turm auf.

Wir streifen das Naturkundliche Bildungszentrum am Kornhausplatz, weitere Gassen sind: Hafengasse, Münsterplatz, Rabengasse, Herrenkellergasse, Dreikönigsgasse, Ulmergasse und wir kommen zur Kirche St. Michael zu den Wengen („in den Wiesen“, Wengenkirche). Sie ging aus dem Wengenkloster (12. Jh.) auf dem Ulmer Michelsberg hervor. Man zog in die Stadtmauern ab 1399. Nach Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg erfolgte ein Wiederaufbau, den die Ulmer mit den Worten: „Werkhalle Gottes“ umschrieben – die haben Humor! Wir können jetzt zum Bahnhof zurück, oder weiter gen Süden durch die Gassen ins malerische Fischerviertel – das machen wir.

Bildnachweis: Von timsdad, CC BY-SA 3.0Link

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