Ulm: Botanischer Garten und Wilhelmsfeste (Bundesfestung Ulm)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 10 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 23 Min.
Höhenmeter ca. ↑248m  ↓248m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Nachdem wir zuvor einen herrlichen Ulm Stadtrundgang mit Historie und Donau durch einen Teil der im 9. Jahrhundert gegründeten Reichsstadt unternommen haben, widmen wir uns heute „um Ulm herum“, nämlich dem nördlichen Umland von Ulm mit dem Eselsberg, und Michelsberg, wo im 12. Jh. das Wengenkloster stand.

Was nach wie vor Eindruck macht, ist der vorhandene Rest der Wilhelmsfeste mit Wilhelmsburg und weiteren militärischen Werken mit französischen Bezeichnungen und dem offiziellen Titel: Bundesfestung Ulm, denn der Deutsche Bund hat sie finanziert. Gebaut wurde Europas größte Festung zwischen 1842 und 1859.

Wir starten gleich im wehrhaften System von Ulm bei der Kienlesbergbastion, dem Werk X, und der ehemaligen Kienlesbergkaserne. Die Kienlesbergbastion gehört zur westlichen Bergfront der weitläufigen Anlage.

Unsere Wanderung führt uns zunächst über die Schlaufen der B10 sowie in westliche und nordwestliche Richtung. Nächster Wehrstandort ist das Fort Unterer Eselsberg (Werk XXXIV), wo auch ein kleiner Park angelegt ist und wir uns Zeit nehmen für ein klein bisschen Festungskunde: Redoute, von franz. Zufluchtsort, geschlossene Feldschanze (trapezförmig), anderweitig auch gebraucht als Bezeichnung für einen Ballsaal.

Wir sind mächtig beeindruckt von solch einem umfassend großen Bauwerk und dessen Erhaltungszustand. Wenn man weiß, worauf man achten muss, sieht man auch in anderen Teilen der Stadt diese wehrhaften Bauten oder Reste davon. Übrigens hatte Ulm mit seiner polygonalen Hauptumwallung von circa 9km die größte Befestigungsanlage des 19. Jahrhunderts. Weitere Festungsstätte des Deutschen Bunds sind in Landau, Luxemburg, Mainz und Rastatt.

Auf der Alten Ochsensteige gelangen wir aus der dichteren Stadtbebauung heraus zum Minipark Ochsensteige mit schöner Aussicht namens Alpenpanorama und nahe der Ruine Artillerieraum. Waldrand einerseits, Häuser andererseits, geht es zum Botanischen Garten, der Universität Ulm, die sich auch in der Nähe befindet, wie auch das Universitätsklinikum, rund um den Oberer (621m) und Unterer (587m) Eselsberg. Das Areal des Botanischen Gartens war mal ein Schießplatz. Wir genießen die Botanik mit Beispielen von Streuobstwiesen oder historischen Naturpflanzen, umrunden das Grüne Klassenzimmer und kommen durch das Waldgebiet Wengenholz zum Lehrer-Tal und weiter zur Westaussicht der Festungsanlage und kommen dem Kern des Polygons näher, entlang der Redouten und Courtine.

Die Wilhelmsburg trägt die Nummer Werk XII, misst 200 x 130m, hat vier Flanken und konnte fast 7.000 Mann aufnehmen, heute steht sie nahezu leer und bisweilen wird der Innenhof bespielt, entweder mit Freilichttheater oder mit Bundeswehranlässen. Auf dem Rückweg kommen wir an Courtine Werk XI und noch einem Kriegspulvermagazin vorbei.

Bildnachweis: Von Unterillertaler - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Vgwort