Ullenburg-Rundwanderung: Grimmelshausen auf der Spur


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 15 Min.
Höhenmeter ca. ↑509m  ↓509m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Im Ortenaukreis, am Rande der Oberrheinischen Tiefebene und am Eingang des Renchtals zum Schwarzwald stand im 11. Jahrhundert die Ullenburg, sagenumwoben und amtlicher Wohnsitz des Schriftstellers, der den Simplicissimus schrieb und damit den weltweit ersten Abenteuerroman vorlegte: Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622-1676).

Grimmelshausen war nach dem Dreißigjährigen Krieg als Burgvogt auf der Ullenburg beschäftigt. Unsere geistreiche Wanderung führt und durch die Weinlagen. Auch der Standort der Ullenburg auf dem Schlossberg östlich von Tiergarten wurde zu einem Rebenberg.

Start ist Am Wald/Kaierstraße, bei einem Parkplatz und einem Spielplatz. Wir sind von Ulm aus hierhergekommen – das kleine Ulm, in diesem Fall ein Ortsteil von Renchen und beide sind westlich von uns. Die Wanderrunde wird uns gen Süden bringen, durch Wald und Wein. Zwei Aussichtspunkte bieten einen schönen Blick, einer davon heißt Kusseich, hat eine Schutzhütte und eine Grillstelle dabei.

Wie wandern entlang der Weinhänge, den Wald links von uns und dann rings um uns. Dann kommen wir zur Waldköpfelhütte an der Grenze der Gemarkungen Rench und Oberkirch. Dort biegen wir auf den Maienbachweg, halten uns dann weiterhin gen Süden und wandern zur Ullenburg auf den Schlossberg. Von der Ullenburg (um 1070) hat sich lediglich der Halsgraben erhalten. Sie wurde 1785 abgebrochen und einige ihrer Steine fanden ihren zweiten Zweck in der Festigung der Rebhänge. Bis ins Jahr 1607 lässt sich der Weinbau bei Tiergarten und der Ullenburg zurückverfolgen.

Was sich auch gehalten hat, ist die Sage von dem Dr. Kiefer. Der soll sich auf der Ullenburg in den Ruhestand begeben haben, aus dem ein Unruhestand wurde. Der Kauz soll sich seinen Feinden nicht ergeben wollen, habe sich in seinen Weinkeller verschanzt und gerufen haben, die Halunken mögen kommen, er selbst sei der Satan - sowas ruft man nicht ungestraft - betrunken sei er gestürzt und habe sich tödlich verletzt. Sein Geschrei soll heute noch vernommen werden.

Unsere Runde durch das von Bacchus verwöhnte Gebiet führt uns an einer Fatimakapelle vorbei nach Ringelbach (Oberkirch). Wir queren die Weinstraße und wandern aufwärts, auch via dem Allmendwaldweg. Den höchsten Punkt bei 467m haben wir nach gesamt etwa 8,2km erreicht. Mit Waldbegleitung kehren wir zum Ausgangsort zurück. 

Bildnachweis: Von Jacquesverlaeken [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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