Über Rübezahlstiege und Carolafelsen in die Wilde Hölle


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 8 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 30 Min.
Höhenmeter ca. ↑483m  ↓483m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Rübezahl ist der Berggeist des Riesengebirges in Tschechien, ein sagenumrankter Schrat. Im Fall der Rübezahlstiege im Elbsandsteingebirge stand allerdings der Spitzname des Steiganlagenerneuerers, Hugo Friedrich aus Sachsen, Pate. Weiteren Nervenkitzel bietet die Wanderung mit der Heiligen Stiege und der Wilde Hölle, fantastische Aussichten hat man vom Carolafelsen.

Einstieg ist am Beuthenfall an der Kirnitsch. Hier fällt der Beuthenbach in die Kirnitsch, an einer etwas verstecken Ecke, zwischen zwei Gebäuden, die schon bessere Zeiten erlebt haben. Beim Richtersborn queren wir die Kirnitsch und lassen es locker mit leichtem Bergauf angehen. Unsere Wege heißen Dietrichsgrund, Zeugenhausstraße, Hinterer Heideweg, westlich erheben sich die Felsen der Affensteine.

Wir nehmen den Königsweg in Richtung Frienstein (455m) und Idagrotte, kommen ans Greenhorn und sind nahe des Satanskopfes. Dann kommen wir zur Quelle Friensteinflössel. Östlich ist der Kleine Amboss, westlich der Verwitterte Turm. Nach rund 2,6km sind wir auf dem Reitsteig, biegen rechts von ihm ab zum Kleinen Kuhstall. Der Kleine Kuhstall misst etwa 3m in der Höhe und 5m in der Breite. Ganz in der Nähe ist eine Boofe.

Nun lockt der Schrat: die Rübezahlstiege. Bereits vor dem ersten Weltkrieg war hier zwischen den Schneeberger Löchern und dem Reitsteig eine Steiganlage. Die wurde 1920 durch Hugo Friedrich, Spitzname Rübezahl erneuert. Die Rübezahlstiege zählt zu den anspruchsvolleren Klettersteigen. Personen unter 1,3m werden es schwerer haben und Kinder insbesondere sollten durch Mitkletterer gesichert werden, denn eine Selbstsicherung ist nicht möglich. Es wird auch schon mal eng und dunkel.

Wir kommen wohlbehalten und zum Glück ohne Gegenverkehr, etwas aufgewühlt, zum Schwarzen Horn. Mit Auf und Ab wandern wir Richtung Wenzelwand, umrunden die Fluchtwand mit dem Flüchtling und kommen in den Heringsgrund, mit der Heringsgrundscheibe.

Die nächste Herausforderung bietet die Heilige Stiege, die wir nach rund 4km erreichen. Die gesamte Stiege hat 903 Stufen und überwindet einen Höhenunterschied von 190m. Die Heilige Stiege kommt aus dem Heringsgrund und führt hinauf zum Schrammsteinweg und dem Zurückesteig. Wir genießen in den Aufstiegspäuschen immer wieder die Aussichten, auf das was kommt und das was war.

Der Zurückesteig ist ein rund 500m langer Pfad über Eisentreppen und Felsen. Dann biegen wir nach links in den Reitsteig, der uns zum Carolafelsen (458m) bringt. Da ist man mit großer Sicherheit nicht allein. Der Carolafelsen ist ein viel gelobter Aussichtsplatz in der Sächsischen Schweiz und Teil der Affensteine. Etliche schöne Blicke hat man: Torsteine, Schrammsteinaussicht, Falkenstein, Hohe Liebe und bei guten Bedingungen sieht man den markanten Lilienstein.

Last but not least lockt die Wilde Hölle als wildromantischer und abenteuerlicher Gang durch eine schmale und bewachsene Schlucht. Stufen und bisweilen „alle Viere“ helfen durch diese „Hölle“, deren Felssäume Namen haben wie Beelzebub oder Höllentor. Bis zur Kirnitsch sind es nach der Wilden Hölle lediglich rund 2km, die wir zum Beispiel auf dem Unteren Affensteinweg oder dem Weg Gastetilke zurücklegen.

Bildnachweis: Von Prazak [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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