Häntzschelstiege: Klettersteig in den Affensteinen (Sächsische Schweiz)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 6 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 46 Min.
Höhenmeter ca. ↑319m  ↓319m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wer sich auf diese Stiegentour begibt und kein Kletterer ist, sollte das wohl überlegen. Die Häntzschelstiege wird von einigen als der herausforderndste Klettersteig der Sächsischen Schweiz beschrieben, andere sagen, es sei ihr Einstieg in die Kletterei ohne Sicherung. Die Wahrheit liegt vermutlich dazwischen und muss sich einklemmen, im Kamin zum Beispiel – was nichts ist für Menschen mit Platzangst – und mit Höhenangst eh nicht.

Sehr kleine Menschen haben vermutlich auch Schwierigkeiten zwischen Eisen und Seilen den richtigen Halt zu finden. Vielleicht ist deshalb der erste Schritt in die Häntzschelstiege auch so groß angelegt. Nun aber genug der Warnungen, wobei, eine haben wir noch und die ist wichtig: es geht nur hinauf in eine Richtung, wer sich entscheidet, sollte durchziehen. Gegenverkehr ist nicht erwünscht.

Start ist am Beuthenfall an der Kirnitzsch, wir wandern noch mit federnden Schritten durch den Dietrichsgrund langsam aufwärts. Vorderer Heideweg und Unterer Affensteinweg bringen uns unaufhaltsam in das Kletterabenteuer, per Königsweg. Wir stehen vor dem Felsen mit dem Bloßstock vorneweg. Wir wandern entlang der Felsflanken mit Kreuzturm oder Nonnengärtner.

Rudolf Häntzschel hat die Häntzschelstiege in den 1960er Jahren aus Schrott und in Eigeninitiative über ein Jahrzehnt hinweg gebaut – nicht gerade beruhigend, wenn man nicht wüsste, dass der Klettersteig der Unteren und Oberen Häntzschelstiege 2004 grundsätzlich saniert wurden, so dass weiterhin Wander- und Kletterfreunde auf diese Tour den Affensteinen aufs Dach steigen können: rauf, nicht vergessen!

Wie gesagt, im Kamin wird es eng. Es gibt Stellen, wo man sich nochmal mehr überwinden muss, nämlich dann, wenn die Stahlbügel die Seite wechseln oder an der Stelle, wo man vom Aufsteigen in die Höhe seitlich weiter muss, immer mit dem Bauch am Fels lang, quer. Wenn man das Klettern geschafft hat, ist die Aussicht grandios!

Puls und Botenstoffe beruhigen sich wieder, wenn man auf dem Langen Horn unterwegs ist. Spannender wird es wieder durch die Wolfsfalle, merklich steil bergab. Wir biegen nach links auf den Königsweg, dann wieder rechts, die weiteren Wege heißen: Vorderer Heideweg, Hinterer Heideweg, Zeughausstraße, Lehmhübelweg, von dem dann wieder weg und zum Wildenstein. Man könnte auch Träumstein sagen, weil es hier so viele Boofen zum Übernachten gibt.

Per Räumnichtweg geht es an die Kirnitzsch und zum Beuthenfall. Der Beuthenbach fällt zwischen Gebäuden einen Felsen runter und die Gebäude fallen irgendwie mit.

Bildnachweis: Von Ronny Siegel [CC BY 3.0] via Wikimedia Commons

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