Tropfsteinhöhle Wiehl

Die Tropfsteinhöhle Wiehl liegt an der Straße von Wiehl nach Nümbrecht und wurde bei Sprengarbeiten in einem Steinbruch anno 1860 entdeckt. Als Schauhöhle erschlossen wurde die Wiehler Tropfsteinhöhle dann aber erst 1926-27 im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen; bis dahin blieben die Kalksteingebilde unbeachtet. Seit 1997 liegt die wissenschaftliche Betreuung der Höhle beim Arbeitskreis Kluterthöhle.

Heute besuchen mehr als 22.000 Besucher jährlich die Tropfsteinhöhle Wiehl. Der Schauhöhlenbereich ist 400m lang und mit elektrischem Licht ausgestattet; insgesamt ist die Höhle 868m lang und verfügt über 1.500m Höhlengänge. Die Tropfsteinhöhle Wiehl liegt mitten in einem isolierten Kalksteinnest, einem versteinerten Korallenriff aus dem vorzeitlichen Devonmeer, das umgeben ist von Sandstein und Tonschiefer. Im Gestein sind zahlreiche versteinerte Korallen und Muscheln zu finden.

Erstaunlich ist das Klima in der Tropfsteinhöhle Wiehl: Es liegt das ganze Jahr über bei konstant 8 Grad Celsius. 26 Stufen führen 7m ins Erdinnere. Der Weg ist gesäumt von meist schlanken, herabhängenden Stalaktiten, denen von unten die etwas plumper wirkenden Stalagmiten entgegen wachsen. Faszinierend sind die Formen der bizarren Tropfsteingebilde und ihre Farbvielfalt, die von weiß glitzernd bis leuchtend rot reicht. Mit etwas Phantasie erkennt man regelrechte von der Natur geschaffene Kunstwerke, wie das glühende Eisen, den Elefantenkopf, den Wasserfall und die Orgelgrotte.

Die Stadt Wiehl bietet in der Tropfsteinhöhle standesamtliche Trauungen an. Das unterirdische Trauzimmer liegt in 30m Tiefe. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit wachsen hier sogar Moose und Farne.

Im Siefen, dem Quellbachtal unterhalb der Wiehler Tropfsteinhöhle, gibt es ein montan-archäologisches Bodendenkmal zu entdecken: Den Goldenen Trog, einen alten Bergwerksstollen. Die verzweigten Grubenfelder reichten bis zu den Ortschaften Hübender, Pfaffenberg und Abbenroth in der Gemeinde Nümbrecht. Hier wurde von 1813-1912 Eisenerz abgebaut. Danach wurde der Goldene Trog über Jahrzehnte für die Wasserversorgung von Wiehl genutzt.

Unweit von der Wiehler Tropfsteinhöhle, am Wald- und Naturlehrpfad, wurde das Wildgehege Wiehl errichtet. Besucher können in dem großen Areal Rot- und Damwild, Sikahirsche, Mufflons und Wildschweine beobachten.

Der Wald- und Naturlehrpfad von Wiehl ist ein 1,8km langer Rundweg, der an einer Blockhütte beim Eingang der Tropfsteinhöhle Wiehl beginnt. Eine Orientierungshilfe geben Wanderkarten an den Zugängen des Pfades. In Text und Bild werden auf dem Pfad Themen wie "Waldbewirtschaftung früher und heute", "Wohlfahrtswirkung des Waldes" und "Ursachen und Auswirkungen des Waldsterbens" behandelt. Der Wald- und Naturlehrpfad informiert über die botanischen Merkmale verschiedener Baum- und Straucharten und über Mythen und Legenden, die teils aus den Zeiten der Germanen und Kelten stammen.