Tiergarten Braunfels

In einem Halbrund zieht sich um Schloss Braunfels eine ausgedehnte Parkanlage, die am Kurpark in Braunfels beginnt und dann ins Iserbachtal übergeht. Der Iserbach ist ein 20km langer linksseitiger Zufluss der Lahn, der auf Höhe von Leun mündet.

Am Iserbach liegt der im Jahre 1704 von Graf Wilhelm Moritz zu Solms-Braunfels angelegte fürstliche Tiergarten. Während man früher dieses Areal als Jagdrevier nutze, leben die Tiere heute ausschließlich für Naturfreunde ohne Gewehr im Park. Zu sehen gibt es der Tradition nach auch hauptsächlich Wild: Rehe, Damhirsche, Mufflons und Wildschweine. Der Park kann ohne Eintrittsgeld besucht werden. Ein Rundweg führt durch die Anlage, an deren Rand das zum Gasthaus umgewidmete gräfliche Forsthaus steht. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte nachmittags die Fütterung nicht verpassen. Denn Kinder und ähnlich mutige „Wildhüter“ dürfen bei der Fütterung helfen und erleben die Tiere so hautnah.

Die verschiedenen Rundwege durch das Gelände sind abwechslungsreich und zeichnen sich durch einen sehr alten Baumbestand aus. Sehenswert ist auch der Stauweiher im Iserbachtal, an dem sich Vogelkundler sehr wohl fühlen werden, wenn sie Eisvögeln, Wasseramseln und Zwergtauchern zusehen können.

Wechselt man am Stauweiher im Tiergarten die Bachseite, kommt man in das Braunfelser Weihergebiet. Großer Weiher, Eisweiher und Warmer Weiher sind künstlich angelegte Gewässer, über deren Geschichte nichts überliefert ist. Dieses von Menschen geprägte Teichsystem bildet als Karstquelle eine einmalige Besonderheit in der Umgebung von Braunfels. Die Natur nahm sich dieses Gebiet im Laufe der Jahre wieder weitgehend in Besitz genommen. Der Eisweiher gegenüber der Straße ist mit seinem sehenswerten Vogelbestand ein Anziehungspunkt für Naturliebhaber. Talaufwärts liegt der Große Weiher, ein Paradies für allerlei Vögel und Insekten.

In dem Schutz - und Beobachtungsgebiet Warmer Weiher an der Obermühle in Braunfels findet der Eisvogel seinen Lebensraum, denn der Warme Weiher friert auch winters nicht zu und bietet deshalb genügend Nahrung. Auch die seltene Wasserralle konnte schon am Warmen Weiher beobachten werden.

Hinter dem Warmen Weiher beginnt der 18-Loch-Golfplatz Braunfels. Eingebettet in die Wald- und Parklandschaft, die das Schloss Braunfels nach Norden und Westen weitläufig umgibt, liegt ein hügeliger und spieltechnisch anspruchsvolles Grün, das 1971 angelegt wurde. Der Platz ist reich an historischem Baumbestand, und natürliche Teiche dienen als Wasserhindernisse. Das Fachwerk-Clubhaus ist ein historisches Hofgut.