Tünsdorf

Südlich des Naturschutzgebiets Steinbachtal westlich Saarschleife mit dem hindurchfließenden Steinbach liegt Tünsdorf. In dem Mettlacher Ortsteil verbirgt sich in der Friedenskapelle ein ganz besonderer Kunstschatz und der ist nicht mal alt, sondern von 2003. Der irisch-US-amerikanische Modern Art Künstler und Friedensaktivist Matt Lamb hat dort ein 120qm großes Fresko geschaffen, das zum Staunen einlädt.

Rund 900 Einwohner beherbergt der Ort am Fuße des Gierensbergs (426m) und des Kewelsbergs (442m). Tünsdorf geht auf eine Römersiedlung zurück und bildete im Mittelalter das Zentrum auf dem Saargau. Die St. Martinus Kirche stammt aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts und fällt durch die Bauart mit dem kantigen Turm auf. Ihr Inneres ist ohne Säulen und ein heller Raum. Die einstige Taufkapelle wurde vom Künstler Matt Lamb, der auch ein Atelier in Tünsdorf hatte, ausgemalt und zur Friedenskapelle. Das Fresko, in zehn Tagen intensiver Arbeit entstanden, zeigt sich in moderner Optik und Farbenpracht. Kenner schätzen es bereits auf 900.000 Euro.

Zwei weitere Kapellen aus den 17. und 18. Jahrhundert sind ebenfalls in Tünsdorf zu sehen sowie die Lourdes-Grotte auf den Kewelsberg, von dem aus man eine schöne Sicht auf den Ort und den Saargau haben kann.

Von Tünsdorf muss eine gewisse Spiritualität ausgehen, denn neben Kirche und Kapellen gibt es auch noch ein ehemaliges Kloster sowie ein Meditationszentrum am Mühlenteich nordwestlich des Ortskerns. Das Europäische Zentrum für Meditation und Begegnung Neumühle entstand am Platz einer einstigen Getreidemühle und bietet Seminare und Gästezimmer. Der Ort, wo bereits Kelten gesiedelt haben und ein Mönch in die Einsiedelei am Bach gezogen ist, lädt nun stressgeplagte Menschen zur Einkehr ein.

Das einstige Kloster Tünsdorf, heute in Privatbesitz, hat auch eine öffentliche Attraktion mit dem barocken Bauerngarten, der im Zuge des Projektes „Gärten ohne Grenzen“ entstanden ist. Gemüse, Kräuter, Blumen und Obst gedeihen auf 2.500qm in der Ordnung eines Bauerngartens vor hunderten von Jahren. Alter Baumbestand und Bänke laden zum Verweilen ein. Eine kleine Obstbaum-Allee, der Obstwiesenweg, führt von dort in Richtung Wehingen gen Süden.

Kloster Tünsdorf selbst stammt aus dem 18. Jahrhundert, hat zwei Geschosse und sechs Achsen unter einem Krüppelwalmdach. 1912 wurde das Gebäude von der Pfarrgemeinde Tünsdorf erworben. Die Schwestern des Heiligen-Geist-Ordens waren bis 1954 aktiv und in den 1960er Jahren waren Schwestern aus Lyon dort.

Südlich von Tünsdorf liegt Wehingen, das auch auf eine Römersiedlung zurück. In Wehingen steht die Kapelle St. Markus Evangelist unter Denkmalschutz. Die kleine Saalkirche mit barockem Portal stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Zwischen Tünsdorf und Wehingen verläuft die Traumschleife Wehinger Viezpfad. Der Weg führt durch abwechslungsreichen Wald und Obstwiesen. Hier wächst die Basis des Viez, wie man den Apfelwein im Saarland nennt. Zudem bietet diese Traumschleife schöne Aussichten, Wasser und kleinere Felsen.

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