Stromberg (Hunsrück)

Stromberg im Guldenbachtal nennt sich selbst die Heimat des deutschen Michel. Damit bezieht man sich allerdings nicht auf die Karikatur des Zipfelmütze tragenden Einfaltspinsels, sondern auf einen erfolgreichen General, der auf der Stromburg geboren wurde und als Kriegsheld im Dreißigjährigen Krieg in die Geschichte einging.

Etwas weniger heroisch kann man Stromberg aber auch schlicht als Stadt der drei Täler und drei Burgen beschreiben. Die drei Täler beziehen sich auf den Zusammenfluss von Welschbach und Dörrebach mit dem Guldenbach. Die drei Burgen sind die Stromburg (wo heute Johann Lafer seine Gäste bewirtet), Burg Gollenfels und die spärlichen Reste der Burg Pfarrköpfchen.

Wer gleich in die Geschichte von Stromberg und seiner Burgen einsteigen und dabei spürbar ansehen will, wie man anno dazumal lebte, ist im Heimatmuseum in der Gerbereistraße 20 sehr gut aufgehoben. Das Heimatmuseum Stromberg ist im alten Forsthaus (Baujahr 1798) untergebracht und findet sich einige Schritte vom Stadtkern und dem Markplatz entfernt. Man erfährt hier Einiges zur Stadt und Umgebung. Es gibt ein Schulzimmer, eine Uhrmacherwerkstatt und Beispiele vom Wohnen der Ahnen.

Geht man derart präpariert zurück über den Markplatz in die Talstraße, finden sich dort die Erdgeschossmauern der Zehntscheune. Die östliche Giebelwand ist auch der Rest der Westwand des Schlangenturms der mittelalterlichen Stadtbefestigung, die ab dem 13. Jahrhundert erbaut wurde.

In der naheliegenden Kirchgasse unterhalb der Stromburg findet sich die evangelische Pfarrkirche Stromberg, die Stephanskirche. Der barocke Saalbau war einst simultan und ist die ältere der beiden Kirchen in Stromberg. Früher trennte eine Mauer die Konfessionen. Die Stephanskirche wurde 1726 gebaut und die Trennung entfernt. In dem Zuge wurde die Kirche im Stile der Neugotik ausgestattet. Der Westturm wurde 1878 in der jetzigen Form errichtet.

Wendet man sich von da aus in östliche Richtung, gelangt man in die Staatsstraße und zur neugotischen Hallenkirche aus Bruchstein aus dem Jahr 1863. Das ist die katholische Kirche St. Jakobus, die vom Dombaumeister Vincenz Statz aus Köln geplant wurde. Der Baustoff ist behauener Stromberger Kalkstein. Im Inneren finden sich sakrale Ausstattungsstücke aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Das ehemals Königliche Amtsgericht entstand 1900 als dreigeschossiger gotisierender Hausteinbau mit teilweise verschiefertem Fachwerk. Hier ist heute der Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Stromberg. In der Markt-, der Römer- und der Schlossstraße sind weitere denkmalgeschützte Häuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert zu sehen.

Etwas außerhalb des Stadtkerns in östlicher Richtung am nahegelegenen Dörrebach ist eine weitere Entdeckung zu machen. In der Von-Gauvain-Straße steht das ehemalige Kurhaus aus dem Jahr 1914. Der fünfgeschossige Mansardwalmdachbau im Heimatstil verfällt langsam und wird als sogenannter lost place gehandelt.