Steinperf

Steinperf – oder Steprof, wie es im Hinterländer Platt heißt – liegt auf dem zentralen Hochplateau der Bottenhorner Hochfläche und gehört zur Gemeinde Steffenberg. Wahrscheinlich ist Steinperf sogar der älteste Ortsteil von Steffenberg, gehen Heimatforscher doch davon aus, dass hier bereits 500 v.Chr. eine erste Siedlung bestanden hat.

Der Ortskern von Steinperf ist geprägt durch seine alten Fachwerkbauten. Der im Rahmen einer Dorferneuerung restaurierte Ortskern ist ein sehenswertes Beispiel für die typischen Fachwerkdörfer im Lahn-Dill-Bergland, die häufig als Konstruktionsmuster den Hessenmann nutzen: Der Hessenmann hat als typische Balkenanordnung auf den Seiten von hervorgehobenen senkrechten Pfosten schrägstehende Streben, die so angebracht sind, dass sie von der Schwelle bis zum oberen Viertel der Ständer reichen und gegen ein seitliches Verschieben des Gebälks sichern sollen.

Die um 1687 entstandene Steinperfer Fachwerkkapelle besteht aus einem solchen Hessenmann-Fachwerk. Die Kapelle wird heute für kirchliche und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Auch das Neggels-Haus in Steinperf ist ein typischer Fachwerkbau. Das Wort Neggels ist übrigens Dialekt und bedeutet Nikolaus.

Die sehenswerten Fachwerkhäuser sind aber nicht das einzig besondere des kleinen Steinperf. Besonders hervor zu heben ist auch das alte Backhaus mit seinem pyramidenförmigen Schieferdach.

Die steinverarbeitende Industrie hat in Steinperf eine jahrzehntlange Tradition. So gibt es heute noch einen Diabassteinbruch. Diabas ist ein grünlich gefärbtes Ergussgestein und wird wegen seinen hohen Vorkommen im nördlichen Lahn-Dill-Bergland auch Hinterländer Grünstein genannt. Der Stein wird in Steinperf zur Split- und Schottergewinnung abgebaut. Man kann den Diabasstein aber auch weniger profan zur Bildhauerei nutzen. Eine Diabas-Statue, das Kreis-Kriegerdenkmal, ist beispielsweise auf dem Biedenkopfer Marktplatz zu sehen.