Steinfischbach

Oberhalb von Esch kommt man durch stetes bergauf Fahren nach drei Kilometern in das Dorf Steinfischbach. Umgeben von Mischwäldern liegt das Dorf in einer von Südwesten nach Nordosten verlaufenden Talmulde, die der Fischbach ausbildet. Er nimmt seinen Lauf durch den Langewiesengrund, passiert den Langewiesenteich – einen schön gelegenen Angelsee – und mündet dann zwischen Würges und Esch in den Emsbach.

Für eine frühe Besiedlung des Fischbachtals sprechen Funde von Hügelgräbern, die u.a. am Steinfischbacher Hausberg, dem Totenkopf (406m), entdeckt wurden. Anschaulichere Zeugnisse aus der Vergangenheit sind in Steinfischbach allerdings einige sehenswerte Fachwerkbauten, wie das als Butze bezeichnete Anwesen Krüger-Schäfer-Wassum, das bereits 1672 errichtet wurde. Der Ortskern von Steinfischbach steht sogar als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.

Die evangelische Kirche, das Wahrzeichen Steinfischbachs, wurde 1843 am nordwestlichen Ortsrand errichtet und prägt das Ortsbild. Dabei handelt es sich um einen klassizistischen Bau der eine ältere, in der Nähe des heutigen Friedhofs befindliche Kirche ersetzte und über einen Treppenaufgang und offene Arkadenhalle betreten werden kann. Die Ausstattung ist noch weitgehend original, sowohl die dreiseitige Empore, als auch die zentral über dem Altar gelegene Kanzel.

Am Ortsausgang nahe der Kirche zeichnet sich ein Doppelwohnhaus durch wertvolles Zierfachwerk des frühen 17. Jahrhundert und seltenes Schnitzdekor aus. Die alte Schule wurde 1910 gegenüber der Kirche im Landhausstil errichtet. Über dem Natursteinsockel sind die großflächigen Fenster gleichmäßig aneinander gereiht. Die alte Einfriedung durch eine Bruchsteinmauer mit Holzzaun ist noch an der Nordwestseite vorhanden.

Im westlichen Ortsbereich finden sich ebenfalls einige bemerkenswerte Wohnhäuser des 17. Jahrhunderts mit überdurchschnittlichem Zierfachwerk, das aber teils überputzt ist. Das Pfarrhaus stammt aus dem Jahre 1650 und das Backhaus, in dem heute das Heimatmuseum Steinfischbach untergebracht ist, wurde 1746 errichtet.

Das Rathaus auf einer kleinen Anhöhe in der Ortsmitte ist ein einfacher Fachwerkbau mit symmetrischer Hauptfassade und einem Haubendachreiter von 1781. Den Pfarrhof bildet eine repräsentative Fachwerkgruppe am westlichen Ortsrand aus dem 17. Jahrhundert.

Steinfischbach gilt als relativ weit ausgedehnte Hangsiedlung oberhalb des Fischbachgrunds an dessen in mehreren Biegungen gewundenen Ortsdurchfahrt zahlreiche Hofreiten in loser Folge aneinanderreihen. Dabei unterscheidet sich Steinfischbach dadurch, dass der Ortskern nie umfriedet war und noch heute der fließende Übergang vom Ort in die ihn umgebende Landschaft erkennbar ist. Eine Besonderheit Steinfischbachs sind auch einige noch erhaltene gegrabene Brunnen in einzelnen Bauernhöfen des 17 und 18. Jahrhunderts.

Einen solchen Bilderbuch-Bauernhof findet man südwestlich von Steinfischbach. Das vierseitige Anwesen besteht aus einem verschiefertem Wohnhaus, eine Fachwerkscheune, Nebengebäuden und einem winkelförmigem Eckbau mit Toreinfahrt.

Nördlich außerhalb des Ortes im Feld nahe der Landstraße liegt der jüdische Friedhof mit etwa sieben Grabstellen.