Spaziergang durch Heringsdorf (Usedom)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 28 Min.
Höhenmeter ca. ↑57m  ↓57m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Heringsdorf, eines der drei Kaiserbäder, ist heute das bekannteste und wichtigste Seebad der Ostsee-Insel Usedom. Eine kleine Erkundungstour durch Heringsdorf startet man am besten am Bahnhof Heringsdorf, der von der Usedomer Bäderbahn angefahren wird und wo es auch Parkmöglichkeiten für PKW gibt.

Vom 1894 errichteten Bahnhof Heringsdorf geht man zunächst wenig spektakulär entlang der Hauptstraße Richtung Ahlbeck, um nach rund 300m die Ostsee-Therme zu erreichen. Hier empfiehlt sich der Besuch des Aussichtsturms Ostsee-Therme. Für einen Obolus von einem Euro kann man hinauf und genießt den Blick über die Kaiserbäder Usedoms, nach Swinemünde und weit hinaus auf die Ostsee.

Über einen kleinen Weg kommt man dann zur Strandpromenade, der wir nach links folgen und uns von der mondänen Bäderarchitektur beeindrucken lassen. Besonders ins Auge fallen z.B. die Villa Oppenheim (um 1880), die Villa Staudt (1873 – hier besuchte Kaiser Wilhelm II. gerne die Witwe des Konsuls Staudt auf einen Tee) und die neoklassizistische Villa Oechsler (1883).

Wenig mondän, dafür aber klotzig kommt das Kurhotel daher, dass ab 1979 für den Feriendienst des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds der DDR erbaut wurde. Vor dem Kurhotel zieht sich die Seebrücke Heringsdorf auf 508m hinein in die Ostsee. Die 1995 eröffnete Seebrücke Heringsdorf ist damit die längste Seebrücke Deutschlands.

Durch die Rosenpromenade spaziert man am Kaiserbädersaal vorbei zum Kunstpavillon Heringsdorf. Der Kunstpavillon wurde 1973 eingerichtet und zeigt heute wechselnde Ausstellungen meist einheimischer Künstler. Etwas weiter sieht man oben am Hang die Villa Fontane. Ihren Namen verdankt die in einem wunderschönen Garten gelegene Villa einem Kurzbesuch von Theodor Fontane im Sommer 1863.

Wir folgen der Strandpromenade weiter bis zur Villa Irmgard, einem Jugendstilbau von 1907. Heute ist die Villa Irmgard zu einem Museum für Literatur- und Regionalgeschichte umgestaltet. Auch das im Stile von Tausendundeiner Nacht eingerichtete Arabische Zimmer ist zugängig. Hier schlief 1922 der russische Dichter Maxim Gorki eine Zeit, um ein Lungenleiden auszukurieren.

Von der Villa Irmgard aus nehmen wir den Rückweg in Angriff, der uns hinauf auf den Kulm führt. Hier, auf der ehemals komplett bewaldeten Höhe, liegen die Ursprünge der kleinen Siedlung Heringsdorf (die damals noch gar nicht so hieß, sondern erst später bei einem kaiserlichen Besuch diesen Name zugesprochen bekam wegen der fangfrischen Heringe, die es hier gab).

Auf dem Kulm entstand 1825 die erste Villa am Ort, das sogenannte Weiße Schloss. Der Berliner Stararchitekt Karl Friedrich Schinkel entwarf das Gästehaus im klassizistischen Stil. Heute nicht mehr ganz so schmuck herausgeputzt, beeindruckt die Weiße Villa nach wie vor mit dem herrlichen Höhenblick hinab auf die Ostsee. An sonnigen Tagen, und da gibt’s auf Usedom ja Einige, erinnert die Sicht an die Riviera.

Auf dem höchsten Punkt des Kulms steht die 1848 erbaute evangelische Kirche von Heringsdorf. Die Gründung dieses neugotischen Backsteinbaus geht auf eine erste Spende des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. zurück.

Durch die Klenzestraße spaziert man hinab zur Kulmstraße und weiter zum Platz des Friedens. Die Friedenstraße leitet uns hinab zum Goethepark mit kleinem Teich. Am Ende des Goetheparks überquert man noch einmal die Hauptstraße und steht dann wieder am Seebahnhof Heringsdorf.