Sondern (Olpe)

Am Westufer des Biggesees liegt der Olper Stadtteil Sondern. Allerdings lag er nicht immer genau an dieser Stelle. Als der Staudamm in den 1950er Jahren gebaut und der See angestaut wurde, mussten mehrere Tausend Menschen umgesiedelt werden. Sondern-Hanemicke und das benachbarte Eichhagen entstanden damals neu am Biggeufer, um den Menschen ein neues Zuhause zu bieten.

Nah am westlichen Seeufer entlang verlaufen sowohl die Straße zwischen Olpe und Attendorn als auch die Bahnstrecke. Letztere sorgt für eine Besonderheit in Sondern: hier liegt der einzige Seebahnhof in Nordrhein-Westfalen. Von hier kann der Besucher direkt vom Bahnhof der Deutschen Bahn in eines der Schiffe der Biggesee-Schifffahrtsgesellschaft umsteigen. Eine lohnenswerte Alternative, wenn man einmal keine Lust hat, selbst zu wandern. Dann lässt man sich einfach per Schiff über die Bigge fahren.

Unterhalb des Erbscheids (422m) ragt eine Landzunge in den See hinein, der Sonderner Kopf. Hier kann man die Erholungsanlage Biggesee Sondern besuchen. Sie hält vom Badestrand über Tennisplätze bis zum Minigolf eine ganze Reihe an Angeboten für die Freizeitgestaltung bereit. Überhaupt ziehen sich unterhalb von Sondern zahlreiche Badestrände, Bootsverleihe, Campingplätze und ähnliche Einrichtungen am Biggestrand entlang. Das Seenachtsfest ist jedes Jahr im Sommer ein besonderes Highlight im Veranstaltungskalender.

Wer sich mehr für Kultur als für Badefreuden interessiert, kann der Kapelle St. Johannes Baptist in Eichhagen einen Besuch abstatten. Alternativ - und optisch noch reizvoller - steht die Kapelle Zur schmerzhaften Mutter zur Verfügung. Man findet sie in Sondern-Hanemicke. Unter all den vielen kleinen Kapellen der Region stellt sie eine Besonderheit dar, denn sie ist im Stil des Neobarock gestaltet, was hier im kölnischen Sauerland eher selten vorkommt. Erbaut wurde sie 1915 durch Dr. Franz Hitze, einen Sozialreformer des frühen 20. Jahrhunderts, der aus Hanemicke stammte.