Solingen-Burg

Burg an der Wupper, das Herz des Bergischen Lands, wurde 1975 in die Klingenstadt Solingen eingemeindet. Graf Adolf II. von Berg verlegte 1133 den ursprünglichen Stammsitz des Hauses Berg in Altenberg bei Odenthal nach Burg und erbaute Schloss Burg hoch über der Wupper. 1385 wurde Düsseldorf die neue Residenzstadt und nach dem Dreißigjährigen Krieg verfiel Schloss Burg zusehends. Die heutige Anlage ist eine Rekonstruktion, die im 19. Jahrhundert errichtet wurde.

Schloss Burg liegt im Ortsteil Oberburg. Hier findet man auch die katholische Pfarrkirche St. Martinus. Sie wurde im 12. Jahrhundert von den Johannitern innerhalb des äußeren Burgrings erbaut. Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg, wurde der Westteil 1648 neu errichtet und 1771 ein Chorturm hinzugefügt.

Von Oberburg führt die Schlossbergstraße in Serpentinen hinab ins hundert Meter tiefer gelegene Unterburg, das direkt an der Wupper liegt. Wer schlecht zu Fuß ist, nimmt die Seilbahn, die Unterburg und Oberburg verbindet. Die Seilbahn Burg wurde 1952 eingerichtet und war damit die erste Seilbahn in Nordrhein-Westfalen. Es geht über die Wupper und dann steil bergauf zum Schloss Burg. Rund 200.000 Fahrgäste nutzen jährlich die Seilbahn Burg.

In Unterburg gibt es die weltweit letzte Drehscheibe für Oberleitungsbusse. Aufgrund der engen Platzverhältnisse im Tal der Wupper, konnte keine Wendeschleife angelegt werden. Deshalb kam man auf die Idee, die Busse auf einer Drehscheibe zu wenden. Bis 2009 war die Drehscheibe in Betrieb. Jetzt steht sie für Sonderfahrten des Obus-Museums Solingen zur Verfügung.

Apropos Obus: Obus is die Kurzform für Oberleitungsbus, im Volksmund auch Stangentaxi genannt. Solingen ist derzeit noch einer von drei Standorten in Deutschland, wo im öffentlichen Personennahverkehr Omnibusse mit Strombetrieb eingesetzt werden, die ihren Strom mit einem Abnehmer aus einer Oberleitung beziehen. Das Obus-Museum Solingen bietet Oldtimertouren mit einem historischen Obus von Solingen nach Burg.

Von Unterburg kann man auf Waldwegen hinauf zum Diederichstempel Burg wandern. Der Diederichstempel ist ein Aussichtspavillon mit hervorragendem Blick auf Schloss Burg. Der achteckige Diederichstempel wurde 1896 im neuromanischen Stil erbaut. Finanzier und Namensgeber war August Diederichs, der verfügte, dass der Aussichtspavillon wie sein Pendant an der Müngstener Brücke zu allen Tages- und Jahreszeiten frei zugängig bleiben muss.

Kommt man von dem Ausflug wieder zurück nach Burg, kann man sich in einem der schmucken bergischen Gasthäuser an einer Burger Brezel laben. Die Burger Brezel ist keine Laugenbrezel, sondern wird aus einem süßen Teig hergestellt. Seitdem Schloss Burg ein Touristenmagnet ist, ist die Burger Brezel ein überregional bekanntes Mitbringsel und wird auch häufig zur Bergischen Kaffeetafel gereicht. Dann zapft man sich einen Kaffee aus der Dröppelminna und tunkt die trockene Brezel in den Kaffee.

Apropos Kulinarik und Gasthäuser: Eine historische Lokalität ist das Gasthaus in den Straßen in Oberburg. Erstmals in Schriftstücken genannt wurde das Gasthaus bereits im 16. Jahrhundert. Der heutige Bau im klassischen bergischen Dreiklang – weiße Fensterrahmen, grüne Windläden und grauer Schiefer – entstand 1673.