Simtshausen

Zwischen Münchhausen und Wetter liegt inmitten der Wetschaft-Senke die Ortsgemeinde Simtshausen, die sich, obwohl nur 420 Einwohner stark, in drei Dörfer gliedert: Obersimtshausen, Mittelsimtshausen und Schlagpfütze, dem Hauptort von Simtshausen.

Zahlreiche wasserreiche Bäche, wie Schulborn, Christborn, Wälzebach oder Rodenbach sorgen für einen ständigen Zufluss in die Wetschaft. Dem Wasserreichtum geschuldet gab es in Simtshausen seit alters Wassermühlen. Die erste Mühle wurde vermutlich schon 1220 erbaut, sicher jedoch um 1570. Noch heute sind die Mühlen, zumindest teilweise, erhalten. Die Herrenmühle in Mittelsimtshausen ist noch in Betrieb - einmal jährlich am Mühlentag öffnet sie ihre Tore auch für interessierte Besucher.

Die kleine evangelische Kirche in Simtshausen ist noch nicht sehr alt, sie wurde erst 1935-36 erbaut. Von der Regierung gab es einen kräftigen finanziellen Zuschuss - deshalb zierte ursprünglich ein Hakenkreuz das Giebelfeld des Vordaches. Die Kirche wurde im an andere hessische Dorfkirchen angelehnten „Heimatstil“ vom Architekten Dr. Karl Rumpf erbaut.

Der berühmteste Sohn von Simtshausen ist Euricius Cordus, der 1486 geboren und nach Studium in Erfurt 1527 auf den Lehrstuhl für Medizin an der frisch gegründeten Universität Marburg berufen wurde. Cordus war in seiner Zeit ein bekannter neulateinischer Dichter, dessen Arbeiten auch Gotthold Ephraim Lessing beeinflussten. Als Mediziner veröffentlichte er den ersten medizinischen Druck in der Geschichte der Marburger Universität, eine Arbeit zur Infektionskrankheit „Englischer Schweiß“. Auch gilt er als ein früher Vertreter der Botanik. Sein 1534 erschienenes Botanologicon ist ein wichtiges Werk der Kräuterkunde. Cordus begründete auch den ersten botanischen Garten in Marburg.