Seligenstadt

Seligenstadt am Main besteht aus der Kernstadt Seligenstadt, mit der historischen Altstadt und Resten der Stadtmauer inklusive Pfalz sowie dem ehemaligen Benediktinerkloster und der Einhard-Basilika. Mainaufwärts liegt der Stadtteil Klein-Welzheim mit der Wasserburg. Westlich der Altstadt befindet sich der Stadtteil Froschhausen.

Im Jahr 815 gelangte die fränkische Siedlung Obermulinheim, wie sie damals hieß, als Schenkung von Ludwig dem Frommen (Sohn von Karl dem Großen) an den Gelehrten Einhard. Er war Vertrauter und späterer Biograph von Karl dem Großen. Bereits 600 Jahre zuvor gab es in Seligenstadt ein römisches Kastell, was jedoch überbaut ist. Etwa im Zentrum des Kastells steht das Romanische Haus als das älteste weltliche Gebäude von Seligenstadt. Es wurde 1186-87 im Stil der Romanik als Vogtei errichtet.

Hier wohnte der Vogt des Kaisers Friedrich Barbarossa (1122-1190). Das zweigeschossige steinerne Haus zeigt sich mit Rundbögen, Zwillingsfenstern und einem Staffelgiebel. Das Romanische Haus wird heute für Veranstaltungen und Trauungen genutzt. Gleich benachbart ist das klassizistische Rathaus Seligenstadt (1823) im Rundbogenstil und mit Turm und daran schließt sich der Marktplatz an sowie die Aschaffenburger Straße.

Wie Perlen an einer Schnur reihen sich hier die Fachwerk-Schmuckstücke aneinander. Das Haus zum Einhard aus dem Jahr 1596 fällt ins Auge aufgrund seiner Größe und dem Erker. Daneben liegen Wohn- und Geschäftshäuser, die im massiven Geschoss des Öfteren Ladenlokale oder Gastronomie enthalten und obenauf ein Fachwerkgeschoss.

Das Obergeschoss vom ehemaligen Gasthaus zum Stern stammt aus dem Jahr 1470/80. Daneben ist eine Tordurchfahrt mit der Jahreszahl 1444. Aus dem Jahr 1426 stammt das kleine giebelständige Fachwerkhaus mit der Hausnummer 91. Auch in der Aschaffenburger Straße steht die evangelische Gustav-Adolph-Kirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

In der Frankfurter Straße reihen sich die Baudenkmäler ebenfalls aneinander, die Fachwerkkunst vom 16. bis ins 18. Jahrhundert zeigen. In der Frankfurter Straße 13/15 ist ein Doppelhaus, dessen Kern, so eine dendrochronologische Untersuchung, aus dem 14. Jahrhundert stammt. Es wurde später zu einem Doppelhaus mit Umbauten im 18. Jahrhundert. Benachbart ist die 1744 gegründete Privatbrauerei Glaabsbräu. Die Lizenz für das bekannte Vitamalz kommt aus dem Hause Glaab.

Die Privatbrauerei ist auch eine Station auf der Route der Industriekultur Rhein-Main. Eine weitere Sehenswürdigkeit an dieser Route ist die Fähre Seligenstadt, die bei Mainkilometer 69,6 seit 1971 Wanderer, Radler und Wagen über den Main schippert.

Folgt man der Frankfurter Straße, kommt man zur Wendelinuskapelle. Der schlichte Putzbau wurde 1885 neu errichtet und hat das Barockportal der Abteikirche von 1722 behalten sowie Heiligenfiguren aus dem Jahr 1515 und eine Kreuzigungsgruppe von 1520.

Der Denkmalreigen der Frankfurter Straße endet am Wasserturm, der auch ein Punkt der Route der Industriekultur ist. Der Turm ist aus dem Jahr 1938 und ist im Panorama durch seine fast 52m Höhe von weitem zu sehen.

Am Mainuferweg steht der Pulverturm, der an der nördlichen Ecke der einstigen Stadtbefestigung zu finden ist und 1462 aufgrund der Mainzer Kurfehde gebaut wurde. Urkundlich festgehalten wurde die Kaiserpfalz erst im 13. Jahrhundert. Der staufische Pfalzbau wurde in die Stadtmauer mit einbezogen, nach einem Brand im Jahr 1462. Zum Main hin sieht man romanische Fenster und ein Teil des damaligen Palas hat sich erhalten. In der Mauerstraße/Bahnhofstraße ist ein weiterer Turm zu sehen, der sogenannte Stumpfaul. Er ist einer von drei noch erhaltenen Wehrtürmen. Es gab mal sechs.

Das einzige noch erhaltene Stadttor von Seligenstadt von einst vier ist der Steinheimer Torturm in der Steinheimer Straße 41. Er steht nördlich der Innenstadt am Main. Der Torturm wurde 1603/04 erbaut und trägt die Wappen der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten Johann Adam von Bicken (1603) und Johann Schweikhard von Kronenberg (1605) sowie das Seligenstädter Wappen. Der viergeschossige Torturm mit Steingliederung und Verputz hat eine geschwungene Haube mit Laterne.

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