Schwarzenau (Bad Berleburg)

Rund 10km von Bad Berleburg flussabwärts der Eder entfernt liegt Schwarzenau, die Perle des Edertals. Schon 1059 wird der Ort, damals noch eine Ansiedlung von wenigen Höfen, urkundlich genannt. Seit der kommunalen Neuordnung im Jahr 1975 gehört Schwarzenau als Ortsteil zu Bad Berleburg.

Dank der religiösen Toleranz der Wittgensteiner Fürsten seit dem 17. Jahrhundert ist die Region bis heute geprägt durch eine große Vielzahl an freikirchlichen Vereinigungen und Gemeinden. Eine dieser Bewegungen entstand hier in Schwarzenau. Zahlreiche Glaubensflüchtlinge aus Süddeutschland, der Schweiz und Frankreich hatten sich im Ort angesiedelt.

Der Tag im Jahr 1708, als Alexander Mack mehrere Menschen in Schwarzenau in der Eder durch vollständiges Untertauchen taufte, gilt als Gründungsdatum der Kirche der Brüder. Sie ist eine der ältesten Kirchen mit freikirchlicher Tradition. Durch die Auswanderungsbewegung gelangte die Kirche nach Amerika, wo sie heute als Church of the Brethren über eine halbe Million Mitglieder zählt. Aber auch mehrere ähnlich geartete christliche Bewegungen berufen sich auf ihre Anfänge in Schwarzenau. Neben der Religionsgeschichte dokumentiert das Museum auch die allgemeine Geschichte des Ortes Schwarzenau.

Bereits Ende des 16. Jahrhunderts befand sich hier ein Witwensitz des Fürstenhauses. Um das Jahr 1700 wurde ein vergleichsweise schlichtes Gebäude im frühen Barockstil erbaut, das damals als Jagdschloss der Familie von Sayn-Wittgenstein-Hohenstein diente. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurde es umgebaut. Nach längerer Unterbrechung dient es der Fürstenfamilie seit 1954 wieder als Wohnsitz. Für die Öffentlichkeit sind die Räume von Schloss Schwarzenau daher nicht zugänglich. Doch auch von außen bietet die Anlage mitten im Ort gelegen einen schönen Anblick.

Folgt man der Eder von Schwarzenau aus flussabwärts, erreicht man den Nachbarort Beddelhausen. Er wird im Jahr 1059 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit einer der älteren Ortsteile Bad Berleburgs. Bemerkenswert sind die schönen Fachwerkhäuser und die Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert. Besonders hervorzuheben ist aber auch die markante Rundbogenbrücke, die aus dem 19. Jahrhundert stammt. Über sie führt der Ederauenradweg.

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