Schwäbisch Gmünd: Stadtwald Taubental und Altstadtrunde


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 6 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 34 Min.
Höhenmeter ca. ↑160m  ↓160m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Mit über 1.200 Jahren Geschichte kann die älteste Stauferstadt, Schwäbisch Gmünd, punkten.  Sie führt den Slogan: Zwischen Himmel und Erde und bedient diesen durch den Himmelsgarten Wetzgau mit Himmelsstürmer-Turm und für die Erde steht das Erdenreich an der Rems, nebst Stadtgarten und Altstadt.

Unsere heutige Runde umfasst ca. die Hälfte mit Stadtwald Taubental und die andere Hälfte lassen wir uns durch die Altstadt faszinieren. Am Goldschmiedsweg können wir parken. Das ist im Stadtwald Taubental, am nordwestlichen Rand der Bebauung von Schwäbisch Gmünd. Hier fließt der Wetzgauer Bach und wir folgen dem Goldschmiedsweg. Schwäbisch Gmünd erlangte einigen Glanz mit dem Gold- und Silberhandwerk ab dem 17. Jahrhundert.

Per Waldentdeckersteg geht’s durch den Taubentalwald, der so um die 50 Baumarten beherbergt. Der Waldentdeckersteg mit seinen Stationen entstand anlässlich der Landesgartenschau 2014 und macht Groß und Klein Spaß. Es bergan und wir stoßen wieder auf den Goldschmiedsweg.

Vor dem Skypark biegen wir nach rechts auf den Rundweg. Wer noch nicht da war, sollte unbedingt ein Stück weiter nach Wetzgau wandern, um dem Himmelsstürmer (Landesgartenschau 2014) einen Besuch abzustatten. Der Aussichtsturm ist wirklich fantastisch – ein gelungenes Holzbaumeisterwerk.

Der Rundweg führt uns durch den schattigen Wald langsam talwärts, wo wir zum 2019 neu entstandenen Lindenturm kommen. Der bietet einen wundervollen Blick auf Schwäbisch Gmünd, das Remstal und die Dreikaiserberge. Zudem steht der rund 10m hohe Turm, der sich um die Linde windet, als einer von 16 Stationen eines Architekturprojekts für die Remstal-Gartenschau, am Remstal-Weg und dem Limeswanderweg. Unter uns führt der Gmünden-Einhorn-Tunnel die B29 … zwischen Himmel und Erde …

Wir kommen auf den Kaffeebergweg und in Richtung einer Moschee, queren die Remsbahn, die Rems und die Remsstraße via Rotrinnensteg und machen uns auf, die Altstadt zu erkunden. In der äußeren Stadtmauer, mit erhaltenen Resten, können wir von der Honiggasse einen Blick auf den Faulturm (15. Jahrhundert) werfen.

Als nächstes schlendern wir über den Marktplatz mit seinen Baudenkmälern. Der Marktplatz ist neben dem Johannisplatz, mit Stauferstele, und dem Münsterplatz, einer der drei Hauptplätze der Altstadt von Schäbisch Gmünd. Wir sehen Fachwerk, Barock und Rokoko, rund um den Brunnen. Das Alte Rathaus ist nicht mehr da. Das Neue Rathaus ist auch schon älter, wurde in einem umgebauten Patrizierhaus (1760) eingerichtet. Wir sehen Volutengiebel und Rathausuhr beispielsweise.

Alte Post und Post sind auch schmuck anzusehen und aus dem 18. Jahrhundert. In der Post war Goethe zu Gast. Eines der ältesten Zeugnisse in Schwäbisch Gmünd ist das Haus Drei Mohren mit Wurzeln im Jahr 1340, da käme man so nicht drauf, da es einige Umgestaltung erlebte. Ein weiteres ist das Grät, dessen Entstehung im 13. Jh. angenommen wird. Man sieht stauferzeitliches Buckelquaderwerk und Fachwerk. 

Die Johanniskirche hat einen interessanten Turm und eine volle Entwicklungsgeschichte, die 1225 urkundlich beginnt. Hier haben etliche Architekturstile Spuren hinterlassen: Romanik, Gotik, Barockisierung, Historismus. Im Inneren ist die Romanische Pfeilermadonna, die als wertvollster historischer Schatz Schwäbisch Gmünds gilt.

Dann wandern wir zum Münsterplatz mit dem Heilig-Kreuz-Münster sowie dem Glockenturm, der die Glocken des Münsters beherbergt. Der Glockenturm stammt aus der Zeit um 1228 und ist in dieser Form im Ländle einzigartig. Das Gmünder Münster bräuchte einen eigenen Artikel, um dieses Bauwerk als das bedeutendste der Altstadt annähernd zu beschreiben. Das Münster wurde anstelle eines Vorgängers errichtet und zwar ab 1330. Man sollte es sich mit Muße ansehen, außen wie innen, mit dem imposanten Netzgewölbe der Spätgotik beispielsweise. 

In der Nähe steht als weiterer Sakralbau die Augustinuskirche (15. Jh.), die einstige barockisierte Klosterkirche des Gmünder Augustinerklosters. Das Deckenfresko ist sehr sehenswert. Die Kirche wurde evangelisch. Wir kommen dann über den Josefsbach und in eine angelegte grüne Meile mit einigen Kunstwerken.

Stadtgarten, Kunst, Brunnen, Blumen, Rems und Remspark – alles sehr sehenswert und zur Gartenschau 2019 im Remstal herausgeputzt. Die Remstal Gartenschau 2019 ist bundesweit die erste, die in 16 Städten und Gemeinden stattfindet. Last but not least streifen wir auch noch den Wallfahrtskomplex St. Salvator am Nepperberg, wo sich bereits vor 1483 eine Kultstätte befunden haben soll. Die Felsenkapelle ist einen Abstecher wert und der Weg mit den Kapellhäuschen auch.

Bildnachweis: Von Geak [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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