Schmelz (Saar)

Die saarländische Gemeinde Schmelz liegt im Primstal. Ihren Namen verdankt die Gemeinde der Bettinger Schmelz, einem vorindustriellen Hüttenwerk, das 1686 gegründet wurde und im 19. Jahrhundert stillgelegt wurde.

Der größte Steinbruch weit und breit liegt zwischen Schmelz und Michelbach an einem Bergrücken, der von den Hiesigen „der Horschd“ genannt wird. Am Steinbruch Michelbach vorbei läuft auch der Erzgräberweg. Von einem Aussichtsturm aus, hat man einen fantastischen Blick über den Steinbruch, der seit 1896 in Betrieb ist. Es ist schon beeindruckend, welche tiefen terrassenartigen Wunden in die rötliche Erde gegraben werden. Über die Terrassen verteilen sich alte Industriebauten, die zum Teil schon die Färbung der Umgebung aufgenommen haben.

Ein anderer nennenswerter Ort in Schmelz ist die Bettinger Mühle, die bereits 1246 erstmals in Urkunden auftauchte. 1978 stellte ihr letzter Müller den Betrieb aus Altersgründen ein. 1994 gründete sich ein Verein zum Erhalt der Mühle und man beginnt das Kleinod zu renovieren. Das schmucke Haupthaus zeigt sich mit verziertem Mittelrisalit und Dreiecksgiebel. Neben dem Wohnhaus schließt sich das Mühlengebäude an. Es gibt dazu noch eine Scheune, ein Backhaus, das Gesindehaus und einen Stall. Das Mühlrad wurde instandgesetzt und erzeugt Ökostrom.

In Schmelz hat man das alte Zollhaus neu entdeckt. Die Untersuchungen des verbauten Holzes ergaben, dass es 1683 gebaut worden sein muss. Im Zollhaus wurden auch Gäste bewirtet, darüber gibt der große Rauchabzug Auskunft. Auch haben in dem Haus Arbeiter der Bettinger Eisenschmelze gewohnt, bis zu vierzig Mann an der Zahl. An das Zollhaus grenzt ein Bau aus dem 21. Jahrhundert an, welches die Menschen vor Ort zu heiteren Bemerkungen veranlasst. So nennen sie den Eingangsbereich auch gerne Sardinenbüchse.