Schlossberghöhlen Homburg

Östlich des Stadtkerns von Homburg erhebt sich der 338m hohe Schlossberg. Dort stehen die Ruinen der Hohenburg, auch Burg Homburg oder Festungsanlage auf dem Schlossberg genannt. Die einstige Burg, die später zu einem Schloss ausgebaut wurde, liegt über den Schlossberghöhlen. Die Hohenburg geht auf die Zeit um 1200 zurück.

Die Grafen von Homburg waren im 12. Jahrhundert auf dem Schlossberg zuhause. Ludwig der Bayer gab den Grafen 1330 für deren Ortschaft am Fuße des Berges die Stadtrechte. Nach dem der letzte des Geschlechts der Homburger Grafen verstorben war, ging die Burg und die Stadt in die Besitztümer der Grafen von Nassau-Saarbrücken ein. Unter ihrer Hand wurde im 16. Jahrhundert aus der mittelalterlichen Burg Hohenburg ein Schloss im Renaissancestil, das sie befestigten.

Aller Mühe zum Trotz, wurde die Hohenburg gleich zwei Mal geschleift, 1697 und 1714. Wie nicht unüblich, wurden die Steine hernach wiederverwendet und gelangten in die Mauern von Schloss Karlsberg. Diesem Schloss ging es allerdings auch nicht besser und es haben sich nur Fundamente erhalten sowie das sogenannte Baumagazin. Die Festungsanlage auf dem Schlossberg in Homburg wurde ab 1981 vom Wildwuchs befreit und so weit möglich wieder freigelegt. Man kann sie heute besichtigen.

Unter der Festung ist es gar nicht mehr so fest. Vielleicht waren die ersten Menschen, die hier Löcher in den Berg gruben, Angehörige der Burg und buddelten Fluchtwege. Die Schlossberghöhlen sind von Menschenhand geschaffene Buntsandsteinhöhlen und dem Vernehmen nach die größten in Europa. Die Schlossberghöhlen, die man mit einem Bergführer besichtigen kann, bestehen aus zwölf Stockwerken, die sich auf 140m x 60m erstrecken.

Der bröselige Buntsandstein war ein begehrter Rohstoff und wurde hier aus dem Berg geholt. Der feine Sand aus den Buntsandsteinschichten ging in die Glasherstellung, da er einen hohen Quarzanteil hatte. Sogar zum Reinigen und Scheuern diente der Schlossbergsand. Der Festung dienten die Höhlen um 1700 auch als Lagerstätte für Lebensmittel und Munition. Womöglich waren die Schlossberghöhlen etwas unwegsam und gefährlich, weshalb die Behörden 1872 beschlossen, sie zuzuschütten. Auch die Sandgewinnung wurde später eingestellt. 1932 kam die Wiederentdeckung der Buntsandsteinhöhlen, die in der Folge auch als Luftschutzbunker dienten.

Im Geheimen wurde Anfang der 1950er Jahre für die Saar-Regierung eine Bunkeranlage in den unteren neun Stockwerken der Schlossberghöhlen ausgebaut. Auf dem Berg wurde unterdessen ein Hotel errichtet, als Tarnung. Es gibt noch diverse Eingänge auf dem Schlossberg zur Bunkeranlage und eine Verbindung zu einem Stollen der Karlsberg Brauerei. Die 10. Etage der Schlossberghöhlen ist für Besucher zugänglich, aber wie gesagt, nur im Rahmen einer geführten Runde. Die Führungen durch die faszinierenden Farbwelten Untertage mit ihren gelben bis roten Verfärbungen und den Wellen an den Wänden der Kuppelhallen startet stündlich.

Der Parkplatz bei den Schlossberghöhlen ist Ausgangspunkt der Schlossbergtour (14km). Man geht über die Festungsanlage Hohenburg zur Ruine Merburg. Weitere Highlights der Runde sind die Reste des Schlosses Karlsberg mit Schwanenweiher, Bärenzwinger und was sich die illustren Erbauer seinerzeit noch so ausgedacht haben. Man kommt dann zum Stumpfen Gipfel (340m), der eine keltische Kultstätte war und gelangt zurück zum Startpunkt der Runde.

Vgwort