Schloss Strauweiler

Nur wenig entfernt von den Resten von Burg Berge, der alten Stammburg der Grafen von Berg, reicht der Blick über die Felder und Wiesen des breiter werdenden Dhünntales hinweg auf die malerische Burg Strauweiler, die etwa auf halber Strecke zwischen Odenthal und Altenberg liegt.

Bereits im 12. Jahrhundert soll Burg Strauweiler von den Rittern von Odenthal erbaut worden sein. So ganz genau weiß man das allerdings nicht. Was man weiß ist, dass 1650 die letzte Erbin des Schlosses in die Familie Wolf-Metternich einheiratete und Schloss Strauweiler danach 350 Jahre im Familienbesitz blieb, bis im 20. Jahrhundert ein Prinz zu Sayn-Wittgenstein die Hausdame ehelichte und sich der Familienname entsprechend änderte.

Seine heutige Form erhielt Schloss Strauweiler im 16. und 17. Jahrhundert. Das 1565 errichtet Haupthaus wurde im Laufe der Jahre zahlreichen Umbaumaßnahmen unterzogen und 1665 um das Torhaus erweitert. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war Schloss Strauweiler auch Sitz der niederen Gerichtsbarkeit und unterhielt aus diesem Grund in dem zweigeschossigen Ecktürmchen das Odenthaler Gefängnis. Zu Schloss Strauscheid gehört auch eine kleine, im Torhaus untergebrachte Kapelle, die heute noch Gottesdiensten dient und Taufkirche der Schlosskinder ist.

Wenngleich Schloss Strauscheid selbst nicht besichtigt werden kann – schließlich wohnen die Sayn-Wittgensteins hier –, lohnt ein Ausflug trotzdem. Denn hinter dem Schloss liegt der 448ha große Wildpark Odenthal, der ebenfalls den Schlossherren gehört, aber frei zugänglich ist. Hier leben in einem eingezäunten Waldgelände Dammhirsche und Rehe, Mufflons und Wildschweine. Zu Fuß kann man ein fast zehn Kilometer langes und ausgeschildertes Wegenetz erkunden.