Schloss Steinheim

Man schrieb das Jahr 1222, als das castrum Steinheim erstmalig genannt wurde. Die Herren von Eppstein ließen dann als Notiz nicht lange auf sich warten. Sie waren die Herren der einstigen Burg, deren Bau um 1200 begonnen hat. Das Kurfürstentum Mainz kaufte 1425 die Burg und auch gleich die gesamte Stadt Steinheim am Main.

Die kirchlichen Neubesitzer bauten Burg Steinheim zu einer schlossartigen Anlage aus. Schloss Steinheim liegt südöstlich des Mains auf einer Anhöhe, die das Umland um etwa 15m überragt. Südlich gelangt man in die Altstadt von Steinheim mit ihren zahlreichen ortsbildprägenden Bauten. Nach der Säkularisation gehörte Steinheim zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt und jetzt kamen die schlossigen Anbauten in Richtung Main hinzu.

Im Main spiegelt sich beispielsweise der rund 26m hohe Bergfried mit seinem steinernen Turmhelm. Am Zinnenkranz halten sich die Türmchen fest und man hat von oben eine schöne Aussicht. Das Wohnhaus und heutige Museum verfügt noch über Bausubstanz aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Zu sehen sind gemauerte Sandstein-Quader und wer genau schaut, entdeckt noch Zangenlöcher eines Baukrans.

Zwischen Schlossanlage und Altstadt liegt die Vorburg und auf dem Areal hat sich das schmucke Marstallgebäude erhalten. Der Marstall Steinheim wurde 1431 unter Erzbischof Kurfürst Konrad von Daun massiv gebaut. Er diente als Fruchtspeicher und bot Stallungen für die Pferde und Wagen der Schlossbewohner. Seit 1990 finden hier Ausstellungen statt und hier ist das Bürgerhaus. Im Bereich der einstigen Vorburg haben sich auch die Amtsregistratur, ein Brunnen und Teile der einstigen Wehrmauer mit Wehrgang erhalten.

Wer die ganzen Feinheiten, Anekdoten und Sagen Steinheims erfahren will, dem sei ein historischer Stadtrundgang empfohlen. Es soll nämlich Ida, die Tochter von Karl dem Großen, das Schloss Steinheim gegründet haben – sagt eine Sage. Sagenhaft einladend ist der Schlossgarten mit Zollhäuschen und Kräutergarten. Das Gesamtensemble macht dem Untertitel von Steinheim, Perle am Main, alle Ehre.

Hinter dem roten Sandsteinmauerwerk des einstigen Wohnbaus des Schlosses befindet sich seit 1986 das Museum Schloss Steinheim. Hier erfährt der geneigte Besucher alles über die regionale Vor-, Früh- und Ortsgeschichte. Auch wirft er einen Blick auf den „Hanauer Silberschatz“, silberne Denare der Römerzeit vom Salisberg. Im Rahmen des museumspädagogischen Programms kann man sich für Kochen nach römischen Rezepten oder Backen im Lehmofen erwärmen.

Westlich von Steinheim liegen gleich mehrere Naturschutzgebiete zwischen Hanau-Steinheim, das zum Main-Kinzig-Kreis zählt, und Mühlheim am Main aus dem Landkreis Offenbach. Ein Naturschutzgebiet heißt Amerikafeld und Schindkaute bei Steinheim und südlich davon ist das Naturschutzgebiet Am Rauhensee bei Steinheim.

Westlich des Amerikafelds ist das Hochgericht Steinheim als Kulturdenkmal erhalten. Zwischen den beiden rund 5m hohen gemauerten Basaltsteinsäulen verläuft heute ein Waldweg – damals war das sicher nicht so. Denn über den Stelen war ein Balken oder eine Eisenstange, die beide Säulen verband und an der Menschen ihr Leben ließen. Die Richtstätte des Amts Steinheim wurde schon von den Herren von Eppstein und danach vom Amt Kurmainz genutzt (um 1425). Die letzte Hinrichtung fand hier im 18. Jahrhundert statt.

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