Hanau-Steinheim

„Die Perle am Main“ wird Steinheim auch gerne genannt. Steinheim, links des Mains, ist ein Stadtteil von Hanau und bezaubert seine Besucher durch seine hübsche Altstadt, die unmittelbar an der Mainwiese mit Durchschreiten des Maintors beginnt.

Eine Tradition in Steinheim ist die Fischerei. Das Recht, hier am Main zu fischen, wird von einer Generation auf die nächste übertragen. Die heutigen Fischer pflegen ihren Mainabschnitt nebenberuflich und das freut auch die zahlreichen Angler! Von der Innenstadt Hanau zum historischen Steinheim gelangt man übrigens über die Steinheimer Mainbrücke. Das ist eine Stabbogenbrücke aus dem Jahr 1873.

Geht man von dem kleinen Mainaltarm in die historische Altstadt, sieht man vor dem Maintor das Druckhaus, ein Lokal in einer historischen Druckerei. Unterhalb des Maintors steht die mächtige Gerichtslinde. Das Maintor, aus der Zeit um 1320, ist das einzig restauriert erhaltene in Steinheim. In der Ortslage Groß-Steinheim sieht man auch noch Reste der Pressmauer mit Rundbogenfriesen, die ebenfalls um die Zeit 1320 und nach der Verleihung der Stadtrechte gebaut wurde.

Wendet man den Schritt vom Maintor aus ins Innere der Stadt, kommt man zum Platz des Friedens, der einst Marktplatz war. Auf ihm steht ein Friedensengel. Der wurde 1911 von einem jüdischen Kaufmann gestiftet. Man kann sich denken, dass es nicht unbeschadet blieb. 1965 konnte der Engel wieder vom Platz aus seinen Frieden verkünden.

In der den Platz östlich flankierenden Hans-Sachs-Straße steht das Alte Rathaus, das errichtet wurde, nach dem das mittelalterliche Rathaus in den 1770er Jahren auf Abbruch verkauft wurde. Das Alte Rathaus zeigt sich im Stil des Klassizismus und trägt einen Dreiecksgiebel auf dem Mittelrisalit.

Auffallend in der Hans-Sachs-Straße ist der Huttenhof aus dem frühen 17. Jahrhundert mit dem Erkerturm. Das Gebäude erlebte unterschiedliche Nutzungen und Umbauten. Es war auch eine Zigarrenmanufaktur. Ebenfalls in der Hans-Sachs-Straße ist die einstige Zehntscheune des Schlosses. In der Stadtmauer findet sich der Kellereihof integriert, der Bau verweist auf das 14. Jahrhundert.

Das älteste Fachwerkhaus und eines der wenigen Beispiele eines Firstständerhauses steht in der Harmoniestraße, die einst Judengasse hieß. Das Haus Volk stammt aus dem 14. Jahrhundert. Der Mittelständer läuft bis zum First hinauf. Das Geschoss kragt über dem massiven Untergeschoss hervor. Der Namen Harmoniestraße ist einem einstigen Gasthaus entnommen.

In der Brauhausstraße steht das Hofbrauhaus Steinheim. 1866 hat hier Ferdinand Graf von Zeppelin sein würtembergisches Rittmeisterhaupt gebettet auf einem Patrouillenritt. In der Brauhausstraße hat auch die Fischerzunft ein Fachwerkhaus mit einem Krüppelwalmdach. Rund um ist die Häfnergasse, die ein einstiges Handwerkerviertel von Steinheim war. Westlich von dort, in der Ingelheimstraße, war früher eine Synagoge, die heute ein Wohnhaus ist.

Ein weiterer Platz mit Geschichte liegt südwestlich vom Platz des Friedens mit dem Kardinal-Volk-Platz. Hier war einst das Obertor der mittelalterlichen Stadtbefestigung, die zwischen 1811 und 1819 niedergelegt wurde. Zwischen den beiden Plätzen erhebt sich der Turm der katholischen Stadtpfarrkirche St. Johann Baptist. Von deren Aussichtplattform aus hat man einen erhabenen Blick über die Perle am Main. Der wehrhaft wirkende Turm mit Wichhäuschen fällt durch die roten Werksteine an den Kanten auf. Die gotische Saalkirche entstand an Stelle einer Vorgängerkapelle und geht auf die Zeit um 1500 zurück.

An der Gedächtniskirche St. Johann Baptist verläuft die Indaginestraße und in der steht das Indaginehaus. Das unten massive und oben aus Fachwerk errichtete Haus war das Wohnhaus des katholischen Geistlichen Johannes Rosenbach. Wie es heißt, war es damals gehobener, wenn ein Name lateinisch klang und so nannte sich Rosenbach Indagine. Übersetzt man das italienische Wort ins Deutsche, heißt es Umfrage, Untersuchung oder Forschung. Das passte dem Gottesmann und Verfasser von Werken der Astrologie und Handlesekunst sicherlich besser ins Konzept.

Die Protestanten in Steinheim gehen in die evangelische Kirche in der Ludwigstraße, in der übrigens auch einige Häuser unter Denkmalschutz stehen. Die evangelische Kirche mit ihrem schlanken Turm wurde im Stil der Neugotik 1902 fertiggestellt. Der Terrazzoboden aus dieser Zeit ist auch wieder freigelegt.

Ein großes Fest jährlich ist das Johannisfeuer auf der Mainwiese am 23. Juni. Das Bundesapfelweinfest ist am letzten Augustwochenende und so ist es nicht verwunderlich, dass in Steinheim auch der Ausgangspunkt der Hessischen Apfelweinstraße ist. In Hanau ist der Beginn der Deutschen Märchenstraße, denn Hanau ist der Geburtsort der Gebrüder Grimm. Auch die Deutsche Fachwerkstraße kommt durch die Ortsteile Klein-Steinheim und Groß-Steinheim. Einmal rund um die beiden Ortsteile und durch die westlich befindlichen Naturschutzgebiete führt der Steinheimer Grenzwanderweg mit seinen circa 13km.

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