Schloss Saarbrücken

Am linken Ufer der Saar steht das barocke Schloss Saarbrücken auf dem Saarfelsen. Es entwickelte sich aus einer mittelalterlichen Burg im 17. Jahrhundert. Saarbrücken selbst wurde im Jahr 999 erstmalig als „Castellum Sarrabrucca“ genannt. Aus der Burg wurde dann ein Renaissanceschloss.

Das Saarbrücker Schloss ist heute Verwaltungssitz des Regionalverbands Saarbrücken, zu dem 10 Gemeinden zählen. Das heutige Schloss ist ein Wiederaufbau in den Jahren 1738 bis 1748 nach den Plänen des Baumeisters Friedrich Joachim Stengel (1696-1787), einem barocken Meister, der am Schlossplatz und in Saarbrücken auch noch weitere Gebäude schuf, beispielsweise die Friedenskirche, das Rathaus und das Erbprinzenpalais, die Kirche St. Johann sowie die Ludwigskirche, die auch ein Wahrzeichen von Saarbrücken ist.

Bereits im Jahr 1794 wurde das Saarbrücker Schloss allerdings in den Wirren der französischen Revolution schon zerstört und ab 1810 verändert neu aufgebaut. Die letzte umfassende Renovierung war 1989 abgeschlossen, wobei die Mittelfassade neu gestaltet wurde. Das Schloss ist eine große hufeisenförmige, dreigeschossige Anlage mit Mansarddächern und mit ausladenden Seitenflügeln, die sich über 10 bis 14 Achsen erstrecken.

Der Zugang zum Schloss liegt im gläsern gestalteten Mittelbau, der die Flügel überragt und den man über den Ehrenhof erreicht. Architekt Gottfried Böhm hat den Stahlskelettbau entworfen, der sich hier zentral einfügt. Neben dem Zweck der Verwaltung finden in und um das Schloss auch Kulturveranstaltungen, Tagungen und Feste statt.

Unter dem Schlossplatz, auf dem Weg zum Eingang, liegt der Platz des unsichtbaren Mahnmals. 2.146 Pflastersteine wurden auf dem Weg verlegt, an deren Unterseite Namen jüdischer Friedhöfe eingemeißelt sind. Die Idee dazu hatten 1993 Kunststudenten, die ein Zeichen gegen Rassismus setzen wollten.

Auch ein Entwurf von Gottfried Böhm ist das rechts vom Schloss befindliche Historische Museum Saar. Der langgestreckte Bau mit Tonnendach und einer Schaufassade aus Glas wurde 1999 eröffnet. Gegründet wurde das Museum bereits 1986 und es hat sich seit dem stets erweitert, so dass es heute die Geschichte der Saarregion seit dem Jahr 1870 darstellt. 

Unbedingt sehenswert ist die unterirdische Saarbrücker Burganlage aus dem Mittelalter. Sie liegt 14m unter dem Saarbrücker Schlossplatz. Man sieht einen Gewölbekeller, einen Burggraben, Wehranlagen und Kasematten aus dem 16. Jahrhundert. Ein im Burggraben gebautes Ballhaus und ein Verlies durfte auch nicht fehlen.

Gegenüber vom Saarbrücker Schloss und auf der anderen Seite des Schlossplatzes steht das Alte Rathaus von Saarbrücken, das ebenfalls von Architekt Stengel geplant wurde. Er sollte den Platz so bebauen, dass die weiteren Gebäude zum Ensemble des Schlosses passten, ihm aber nicht die Schau stehlen konnten. Am Ende der Schlossstraße stand bereits im 15. Jahrhundert ein Rathaus. Das heute zu sehende ist dreigeschossig und mit Mansarddächern gedeckt. Über dem Hauptgebäude ist ein Uhrenturm mit barocker Haube. Die Amtmänner zogen 1909 in das größere Rathaus von St. Johann ein. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Alte Rathaus wieder aufgebaut.

Geht man nun weiter im Uhrzeigersinn rund um den Schlossplatz kommt man zum Kreisständehaus, das auch ein Türmchen besitzt und ebenfalls dreigeschossig ist. Das Gebäude aus dem Jahr 1910 hat einen Gewölbekeller aus einer Remise aus der Zeit um 1755. Das Kreisständehaus zeigt sich heute mit zwei hervorspringen Eckrisaliten. Im denkmalgeschützten Haus ist das Museum für Vor- und Frühgeschichte. Es zeigt die Kulturhistorische Entwicklung des Menschen von der Steinzeit bis zum Mittelalter.

Ebenfalls im Kreisständehaus ist ein Standort des Saarlandmuseums, mit der sogenannten Alten Sammlung. Zu sehen sind Werke von Künstlern aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Landschaftsbilder uns Stillleben beispielsweise von niederländischen Malern wie Joos de Momper oder Johann Boumann. Doch auch regionale Maler dieser Zeit sowie Objekte aus Porzellan, Münzen oder Möbel finden sich hier.

Ein weiterer Museumsstandort ist in der Schlosskirche mit sakraler Kunst vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Man sieht die barocken Fürstengräber und die Glasfenster von Georg Meistermann. Das Museum in der Schlosskirche ist mit dem Kreisständehaus baulich verbunden. Auch dient die Schlosskirche Konzerten der Hochschule für Musik Saar sowie modernen Kunstausstellungen.

Die Schlosskirche schließt sozusagen den musealen Kreis um den Schlossplatz. Die Schlosskirche war bis zur Reformation 1575 katholisch. Auf dem Saarfelsen beim Schloss entstand bereits im 11. Jahrhundert eine Kapelle in der alten Saarbrücker Burg. Die Schlosskirche heute ist ein gotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde bis in die 1980er Jahre von der evangelischen Gemeinde genutzt, teilweise umgebaut und von der Hochschule für Musik bespielt. Seit 2004 gehört sie zur Stiftung Saarländischer Kulturbesitz. Die Kirchturmhaube wurde 2006 entsprechen der einstigen Zwiebelhaube in den barocken Formen wieder hergerichtet.

Der modernen Kunst des Saarlandmuseums dient die Moderne Galerie am Saarufer, die sich benachbart zum Saarländischen Staatstheater befindet. Die Pavillons der Galerie wurden 1979 gebaut. Schwerpunkt der Ausstellung sind Werke des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Ein bekanntes Bild ist das Blaue Pferdchen von Franz Marc (1912). Zu sehen sind Zeichnungen, Grafiken, Fotografien, Werke des Expressionismus und der informellen Kunst. Im Außenbereich sind Plastiken.

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