Schloss Philippsburg (Braubach)

Die Philippsburg am südlichen Stadtrand von Braubach an der Mittelrheinschleife geht auf ein auch heute noch bekanntes Problem zurück: Man ist mit seiner bisherigen Wohnung nicht zufrieden und möchte sich verändern. So sahen es auch die Herren auf der Marksburg, die das ritterliche Hausen speziell für die Damen als nicht standesgemäß empfanden und nach einer neuen Herberge suchten.

Landgraf Philipp II. von Hessen-Rheinfels beauftragte den hessischen Baumeister Anton Dauer daher mit dem Bau der Philippsburg, die 1568-77 als erstes Renaissanceschloss am Mittelrhein entstand. 1643-51 diente die Philippsburg sogar als Residenz des Landgrafen Johann von Hessen-Darmstadt. Nach dessen Tod verfiel die Burg teilweise, bis sie 1804 renoviert wurde. Danach diente sie zeitweise als Sitz für das Amtsgericht zu Braubach. Dem Bau der Eisenbahn anno 1822 fielen Teile der Philippsburg zum Opfer: Der Wehrmauer und mehrere Türme wurden abgerissen; ein Großteil der Gebäude sowie der ehemalige Marstall, heute ein Wirtshaus, blieben erhalten.

Seit 1997 gehört die Philippsburg wie auch die Marksburg der Deutschen Burgenvereinigung, die hier zwei Jahre später das Europäische Burgeninstitut einrichtete. Das Europäische Burgeninstitut ist nicht nur wissenschaftlich tätig, sondern unterhält auch eine große Fachbibliothek und ein Burgenarchiv. Wegen der Arbeit des Burgeninstituts, kann Schloss Philippsburg nur von außen – bzw. bis in den Innenhof hinein – besichtigt werden.

Zwischen Schloss Philippsburg und der Marksburg liegt der Burgenlehrpfad von Braubach. 14 thematisch aufeinander aufbauende Tafeln verbinden die beiden mittelalterlichen Burgen und die historische Altstadt; die Informationen ergänzen die Führungen durch die Marksburg. Der Burgenlehrpfad kann in ca. 45 Minuten begangen werden; Parkmöglichkeiten bestehen an der Marksburg oder an der B42 bzw. am Rheinufer.