Saarbrücken-Sankt Arnual

Sankt Arnual liegt südlich vom Stadtkern Saarbrückens zwischen der Stadtautobahn und der A 6. Der Hausberg von Sankt Arnual ist der Winterberg (308m), auf dem der Sockel des Winterbergdenkmals wieder aufgebaut wurde. Es erinnert an den deutsch-französischen Krieg. Das ursprüngliche Denkmal von 1874 wurde 1939 aus militärischen Gründen gesprengt.

Auf dem Winterberg steht seit 1968 das Klinikum Saarbrücken, dessen 110m langes und 40m breites Hauptgebäude weithin sichtbar ist. Hier ist auch eine Rettungsstation der ADAC Luftrettung. Ebenfalls hier ist der 100m hohe Sendeturm des Senders Saarbrücken-Winterberg.

Wahrzeichen von Sankt Arnual, dem Dorf in der Stadt, ist die Stiftskirche St. Arnual. Die Stiftskirche steht am idyllischen St. Arnualer Markt, der gesäumt ist von zahlreichen Häusern aus dem frühen 17. Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert. Die zeigen sich meist zweigeschossig unter einem Krüppelwalmdach, sind verputzt und haben Schlagläden.

Das Stift St. Arnual, ein einstiges Augustiner-Chorherren-Stift, wurde erstmalig im Jahr 1135 urkundlich genannt. Die gotische Stiftskirche St. Arnual aus dem 13. Jahrhundert gehört zu den bedeutendsten sakralen Bauwerken im südwestdeutschen Raum. Mit der Reformation im 16. Jahrhundert wurde die Kirche evangelisch. Aus dem 13. Jahrhundert stammen die Umfassungsmauern des Kreuzgangs. Die heutige Stiftskirche St. Arnual wurde im 14. Jahrhundert errichtet.

Ein weiteres Kirchengebäude in Sankt Arnual ist die katholische Christkönigkirche, die 1929 konsekriert wurde. Sie wurde im sogenannten Stil des expressionistischen Abstraktions-Historismus gebaut und zeigt sich von außen in Sandstein mit einem hohen Turm, der ein Christkönig-Relief zeigt. Über dem Portal ist eine Kreuzigungsgruppe zu sehen. Vorgelagert ist ein fünfeckiges Paradies mit Säulenumgang. Die Kirche ist im Inneren wie eine Basilika gegliedert, mit einem großen Mittelschiff und deutlich niedrigeren Seitenschiffen.

Geht man entlang der Saargemünder Straße trifft man auf viele unter Denkmalschutz gestellte repräsentative Wohnhäuser aus der Zeit von 1880 bis 1920. Einige davon sind Doppelhäuser. Meist sind sie zwischen 2 und 3 Geschossen hoch und zeigen sich mit unterschiedlichen Dachlandschaften sowie Gliederungen, bisweilen tragen sie zur Schaufassade Bauschmuck im historisierenden Stil, man sieht Rundbogenfenster und klassizistische Elemente.

An der Ecke Saargemünder-/Puccinistraße steht der Maltitz-Pavillon. Der Gartenpavillon wurde 1780 für einen Hofrat erbaut, verfiel nach dem Zweiten Weltkrieg zusehends und wurde dann aber doch noch gerettet. Er ist heute Wohnhaus. Der eingeschossige Pavillon mit Ecklisenen und einem Dreiecksgiebel über dem Mittelrisalit sowie der Symmetrie ist ein Beispiel für die barocken Gartenhäuser aus dieser Zeit.

Ein neuerer Bau ist das Beamtenwohnhaus Habitat Stockenbruch. Das halbrunde Wohnhaus wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts als kleine vertikale Gartenstadt geplant. Es wurde vor Ort auch Beamtensilo genannt. Es war seinerzeit ein sehr luxuriös ausgestatteter Wohnbau für Regierungsbeamte. Der achtgeschossige Stahlbeton-Skelettbau wurde mit Ziegelsteinen ausgefacht und verputzt.

Ganz anders zeigt sich das geschützte Ensemble Volkswohnungen Lucas-Cranach-Straße mit den ungeraden Hausnummern von 1 bis 29 sowie in der Grünewaldstraße. Die Volkswohnungen entstanden 1938-39 und bilden ein eigenes kleines Wohnviertel. Die gleichförmigen zweigeschossigen Reihenhäuser entstanden in schlichter Weise unter der Bezeichnung Volkswohnungsbau am Wackenberg. 28 Wohnhäuser waren es insgesamt mit je zwei Wohnungen pro Geschoss und einer im Dachgeschoss. Man dachte schon an den Krieg und plante im Keller Schutzräume ein.

Ein Wanderhighlight liegt südlich von Sankt Arnual im St. Arnualer Stiftswald. Hier gibt es die Saarbrücker Felsenwege. Die Protagonisten, die man hier abwandern kann, sind viele Millionen Jahre alt. Sand, der heranwehte über die lange Zeit, wurde zu Sandstein gepresst, durch das sich die Saar und andere Nebenflüsse gruben. Sie gestalteten die schroffen Felsen an den Felsenwegen. Die Felsenwege sind in drei Versionen vorgeschlagen, einem oberen, einem mittleren und einem unteren Felsenweg - derzeit allerdings sind die Felsenwege gesperrt.

Nicht felsig, sondern wiesig wird’s östlich von Sankt Arnual. Hier liegen die St. Arnualer Wiesen, die auf 36ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind. Die Wiesenlandschaft erstreckt sich bis zum Saarbrücker Osthafen. Die St. Arnualer Wiesen sollten eigentlich bebaut werden. Deshalb gibt es eine vierspurige Brücke über die Saar, die heute aber Fußgängern und Radlern vorbehalten ist.

Ein beliebtes Naherholungsziel für Sankt Arnual ist außerdem der Tabaksweiher am Ende der Julius-Kiefer-Straße. Der Tabaksweiher gehörte früher zur 1831 erbauten Tabaksmühle. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Tabaksmühle zum Restaurant umgebaut. Der Außenbereich ist ein beliebter Biergarten für Spaziergänger und Ausflügler.

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