Saarbrücken

Das heutige Saarbrücken war bis 1909 noch relativ klein und lag ausschließlich links der Saar. Dann aber gliederte man die bis dahin selbstständigen Städte St. Johann und Malstatt-Burbach ein und eine Großstadt war entstanden, die 1920 dann auch folgerichtig Hauptstadt des Saargebiets wurde.

Saarbrücken zeigt trotz massiver Kriegseinwirkungen nach wie vor einigen historischen Baubestand. Die Stadtteile Alt-Saarbrücken und St. Johann sind durch die Alte Brücke verbunden, die die älteste erhaltene Brücke im Saarland ist und 1547 erbaut wurde.

Das ursprüngliche Saarbrücker Stadtgebiet ging aus der Burgsiedlung Saarbrücken hervor. In Alt-Saarbücken liegt der Schlossplatz mit dem sehenswerten Saarbrücker Schloss sowie dem gesamten Ensemble rund um den Schlossplatz inklusive der Museumsmeile.

Ein Wahrzeichen von Saarbrücken ist die Ludwigskirche, die sich als eine der wenigen barocken evangelischen Kirchenbauten von Bedeutung in eine Reihe mit der Frauenkirche in Dresden stellt. Südwestlich des Schlossplatzes, an der Saar entlang, stehen einige Baudenkmäler mit politischen Aufgaben.

Zu nennen ist der Landtag Saarbrücken. Der Bau des Gebäudes geht auf die Saarbrücker Casino-Gesellschaft zurück. Es war das Haus der Abendgesellschaften von Saarbrücker Kaufleuten und Beamten. Das im Kern zweigeschossige Gebäude wurde im spätklassizistischen Stil 1866 fertiggestellt und später erweitert. Seit 1947 ist es Sitz des saarländischen Landtags. Säulen und Reliefs schmücken den Bau.

Geht man die Franz-Josef-Röder Straße weiter, kommt man zum Amtsgericht Saarbrücken, zum Ministerium der Justiz, zum Saarländischen Oberlandesgericht, zum Verfassungsgerichtshof des Saarlandes und zum Landgericht Saarbrücken. Benachbart ist auch das Finanzgericht des Saarlandes. Das große Landesgerichtsgebäude an der Franz-Josef-Röder Straße, Ecke Hardenbergstraße, stammt aus den Jahren 1911-14.

Der Ludwigsplatz ist von Gebäuden aus der Planung des Barockbaumeisters Friedrich Joachim Stengel umrahmt, der auch für die Ludwigskirche und das Saarbrücker Schloss verantwortlich zeichnete. Die Gebäude stammen aus den 1760er Jahren und zeigen sich zumeist mit weißem Anstrich, als dreigeschossige Stadtpalais, oftmals mit Eckrisaliten und Walmdächern mit Gauben sowie geschmückten Fensterlaibungen.

Der Architekt des Saarbrückens des 18. Jahrhunderts baute auch die Friedenskirche als Quersaalkirche, die 1751 fertig war. Der Turm mit der barocken Haube wurde 1763 beendet. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Friedenskirche von Revolutionären als „Tempel der Tugend“ genutzt. Später war hier das Ludwigsgymnasium und 1892 erwarb die Altkatholische Gemeinde den Bau.

Geht man vom Ludwigsplatz entlang der Stengelstraße zur Saar, kommt man zum Saarkran am Leinpfad. Der „Saarkrahnen“ war ein barocker Hafenkran, der auch von Stengel erdacht und 1762 umgesetzt wurde. Was man heute sieht, ist ein Nachbau von 1991. Das Kranhaus steht auf einem Sandsteinsockel und ist ein achteckiger Holzbau unter einem Mansarddach. Der Kran diente dem Umladen von Waren zwischen Schiffen und Karren. Der Kranausleger mit dem Fass daran musste 2012 abgebaut werden, da er marode war.

Im Alt-Saarbücker Wohngebiet Triller liegt der ehemalige Röchling-Park. Carl Röchling kaufte 1881 die Eisenwerke in Völklingen und ließ sich in Triller eine Villa mit einem großen Park bauen sowie der kleinen Röchling-Kapelle. Die Privatkapelle entstand 1908 im Stil der Neugotik und hier in der Gruft sind 22 Familienangehörige der Röchlings begraben.

Südlich der Röchling-Kapelle, man folge der Spichererbergstraße, steht die Notkirche am 40er Grab. Der Name ergab sich aus den gefallenen drei Soldaten des Hohenzollerschen Füsilier-Regiments Nr. 40 aus dem Deutsch-Französischen Krieg. Ihr Grab ist heute noch zu sehen. Die Notkirche war zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in der Schweiz als Militärkapelle entstanden. Der einfache Saalbau aus Holz ist einer der wenigen erhaltenen Notkirchen, die auch noch als solche genutzt werden.

Geht man von der Notkirche gen Westen, kommt man durch den Distrikt Bellevue und zum Deutsch-Französischen Garten am Deutschmühlenweiher, den man mit Tretbooten – bunt und mit Schwanenhals – befahren kann. Der Park am südwestlichen Stadtrand von Saarbrücken misst etwa 50ha und man kann ihn auch mit einer Seilbahn oder einem Schienenbähnchen erkunden.

Richtet man sich vom Garten, der die Nachbarn vereinigt, wieder ein Stück weiter in Richtung Zentrum von Alt-Saarbrücken, kommt man zum Lulustein. Der unscheinbare Granit hinter der Sporthalle des Altsaarbrücker Turn- und Sportvereins auf der Bellevue ist ein Gedenkstein für Napoléon Eugène Louis Bonaparte, der war 14 Jahre und wurde Lulu genannt. Er solle das Kriegshandwerk am Objekt lernen und soll von hier aus seine erste Kanone abgefeuert haben, am 2. August 1870 zu Beginn des Deutsch-Französischen Kriegs. Weiter kamen die Nachbarn allerdings nicht, denn sie wurden 4 Tage später bei der Schlacht am Spichern geschlagen.

Nördlich davon ist der Alte Friedhof an einem Hang, der bis 2002 belegt wurde und benachbart der Jüdische Friedhof mit 179 erhaltenen Grabsteinen. Der älteste von ihnen ist auf 1841 datiert. In Saarbrücken gibt es einen weiteren jüdischen Friedhof an der Grenze zu Frankreich, der neue Jüdische Friedhof an der Goldenen Bremm. Er wird seit 1920 belegt. Zum Stadtteil Alt Saarbrücken zählt der südlichste Zipfel Goldene Bremm, teilweise auch Neue Bremm genannt.

Hier ist eine Gedenkstätte zu finden, das Gestapo-Lager Neue Bremm. Neben der Metzer Straße war ein grausamer Ort, an den heute eine lange hohe Mauer mahnt. Hier wurden ab 1940 französische und russische Kriegsgefangene interniert, Frauen und Männer getrennt. „Lagersport“ nannten die prügelnden Wachleute ihre Foltermethode, die Häftlinge stundenlang um dem Löschweiher zu treiben, wobei sie robben sollten oder im Entengang watscheln und nicht selten dabei starben.

In der Nähe der alten Friedhöfe von Saarbrücken und nördlich des Deutschmühlenweihers ist die Kommende St. Elisabeth als einstige Niederlassung des Deutschherrenordens. Die Gründung geht auf das Jahr 1227 zurück. Unter Denkmalschutz steht die Deutschherrenkapelle als das älteste in Saarbrücken erhaltene Gebäude. Damals war sie höchstwahrscheinlich auch gleich das Hospital mit einem Krankensaal. Im Inneren wurde eine historische Orgel des englischen Königshofs aufgestellt. Die sogenannte „Buckingham-Orgel“ wird seitdem (2007) von der Hochschule für Musik Saar bespielt und die Kapelle dient auch als Konzertraum.

1852 gründete sich die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Saarbrücken. Zunächst fanden die Gottesdienste im Saarbrücker Ludwigsgymnasium statt. 1902 wurde dann die Immanuelkirche gebaut.

Ein Stück weiter östlich steht an der Stengelstraße die katholische St. Jakob Kirche von 1887. Die einst dreischiffige neugotische Kirche mit hohem Westturm wurde 1907 mit einem Querschiff erweitert. 1994 wurde der Altarraum umgebaut. Er hat einen drehbaren und herausnehmbaren Altar.

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