Rundwanderung zum Fressenden Haus und dem Gläsernen Wald an Burg Weißenstein


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 1 Min.
Höhenmeter ca. ↑303m  ↓303m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Diese Wanderung könnte auch ein kleiner Bildungsweg in Sachen Immobilien und Literatur werden, denn wir gehen von Regen durch den Bayerischen Wald zur Burgruine Weißenstein, mit der der deutsche Schriftsteller und Übersetzer Siegfried von Vegesack verbandelt war. Er nannte seine Burg-Immobilie „Das fressende Haus“, das er 1932 auch als Romantitel wählte. Altbaubesitzer verstehen den Titel sicherlich.

Regen am Schwarzen Regen ist eine Kreisstadt in Niederbayern und Luftkurort, den rund 11.000 Einwohner rund ums Jahr genießen können. Wir starten in die Runde gegen den Uhrzeiger am Bahnhof von Regen. Der Schwarze Regen und die Kurparkanlagen liegen nördlich von uns. Den Weg zum Fluss schlagen wir auch ein und zwar durch den Bahnhofsweg in die Bahnhofstraße/Ruselstraße. Hier ist der Schwarze Regen mehrarmig und umspült die Sparkasse – man könnte an der Stelle an Geldregen denken.

Wir gehen zur Heilig-Geist-Kirche, die 1425 als Spitalkirche gebaut worden war. Der Stil der Spätgotik erhielt barocke Züge im 18. Jahrhundert, wozu der Dachreiter gehört. Wenn wir ungefähr 1km in Tallage gegangen sind, geht es aufwärts, die Bundesstraße überquerend, am Spitalhof vorbei und durch abwechslungsreiche Landschaft. Die nächste Ansiedlung ist das Waldferiendorf Regen.

Nahe der Straße steht die Kattersdorfer Kapelle (1824) in Kattersdorf, einem von 57 Ortsteilen von Regen. Wir folgen der Panoramastraße, kommen durch Thurnhof zur Burgruine Weißenstein, wo es ein Naturschutzgebiet gibt, das da heißt: Pfahl bei der Ruine Weißenstein. Geschützt ist der Landstrich mit dem 150km langen Quarzfelszug des Pfahl, auf dessen höchsten Punkt die Ruine thront. Um 1100 sollen die Grafen von Bogen die Burg Weißenstein erbaut haben, deren Reste sich nach wie vor imposant über Regen erheben.

Die Burg Weißenstein, mit Zinnenturm, Bruchstein und Eckquaderung stammt aus dem 12./13. Jahrhundert und macht immer noch Eindruck.

Auf der Burg hatte der Schriftsteller Siegfried von Vegesack (1888-1974) ein kostspieliges Haus, dass er „Das fressende Haus“ nannte und auch einen Roman damit betitelte. Nahe der Burg ist er begraben, mit seinen Hunden. Ein Totenbrett ist dort aufgestellt. Im Fressenden Haus, 900 Jahre alt und einst Getreidespeicher, ist ein Museum mit Dichterstube eingerichtet und es findet sich dort eine Schnupftabakgläsersammlung. Man hat einen herrlichen Burgblick auf die Umgebung!

Interessant ist auch der Gläserne Wald am Fuße der Burg Weißenstein. Der Gläserne Wald zeigt Bäume aus Glas – ein zum Bayerischen Wald wie die Faust aufs Auge passendes Kunstprojekt, das mittlerweile weit über die Grenzen von Regen hinaus bekannt ist. Grün, blau und braun schimmern die filigranen Werke aus 8mm dünnem Flachglas. Der höchste Baum ist eine 8m hohe Glas-Tanne.

Hinter dem Ort Weißenstein ist erneut ein Stück Naturschutzgebiet mit dem Pfahl und hier haben wir bei rund 747m den höchsten Punkt der Runde. Weiter gehts durch die abwechslungsreiche Landschaft: durch Falkenstein, zur Westflanke der bewaldeten Plattenhöhe (690m), über die B 85, wir kommen durch Sitzhof und an den Sitzbach sowie durch Poschetsried und durch den Osten von Regen zum Ausgangsort zurück.

Bildnachweis: Von Morkin [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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