Rundwanderung am Odenwälder Freilandmuseum (Gottersdorf)


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 35 Min.
Höhenmeter ca. ↑180m  ↓180m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Man muss ja gar nicht nach Katthult fahren, wo Michel aus Lönneberga zu Beginn des 20. Jahrhunderts wohnte, der Lausejunge aus der Feder von Astrid Lindgren. Einen hübschen und übrigens sehr farbigen Zeitsprung kann man erleben, wenn man einen Ausflug nach Gottersdorf im Odenwald macht.

In Gottersdorf steht das Odenwälder Freilandmuseum mit historischen Gebäuden, Höfen, Wohnhäusern, Scheunen. Tagelöhner, Schäfer, Bauern, Postagentur, Schuster, Leben und Arbeiten unter einem Dach. Man stelle sich vor, mit den Bewohnern, die jeden Augenblick hereinkommen könnten, über life-work-balance zu sprechen. Interessant ist, dass auch damals schon Häuser farbige Außenanstriche hatten, auch kleinere Hütten. Wenn man in so einem Häuschen drin ist, nimmt man auch die Enge wahr, ganz so wie ferngesehen Wintertags in der Küche bei der Familie Svensson in Småland, das kann auch sehr gesellig und gemütlich sein. Der moderate Eintrittspreis lohnt sich!

Gottersdorf auf der Walldürner Höhe ist ein Ortsteil des Wallfahrtsstädtchens Walldürn, das südlich liegt, nördlich ist Miltenberg und westlich Amorbach mit dem bekannten einstigen Kloster. Das Odenwälder Freilandmuseum ist am Klosterweiher, dem Fischteich des genannten Benediktinerklosters. Die 16 Häuser aus dem 17.-20 Jh. im Freilandmuseum wurden allesamt abgetragen und originalgetreu hier in „Badisch Sibirien“, aufgebaut. Einst wurden Beamte an jene abgeschiedene Stelle mit rauem Klima und kargen Böden strafversetzt, heute genießt man die Ruhe und den Blick in die Vergangenheit bei einem Tagesausflug.

Zwischen Äckern und Wiesen schlagen wir einen Waldbogen um das Odenwälder Freilandmuseum. Toten-Weg, Neudorfer Höhe, Zwietracht, nennen sich die folgenden Abschnitte hinauf bis auf 474m. In einer schmalen Schlaufe kommen wir hinab an den Rand von Rippberg am Marsbach. Durch den Unterer Kummerswald gelangen wir an den Lauf der Kummersklinge, am Kummershof vorbei und sind in der Feldflur mit Landwirtschaft.

In Gottersdorf steht der Hof Schüßler aus dem Jahr 1725 (Hainbergweg) unter Denkmalschutz, er ist zum Teil ins Museumskonzept eingebunden. Im Ort steht die neobarocke Kirche St. Michael, mit Wurzeln einer Kapelle aus dem Jahr 1752.

Bildnachweis: Von Holger Uwe Schmitt [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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