Rundtour Singen und Festung Hohentwiel


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 5 Min.
Höhenmeter ca. ↑341m  ↓341m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Der Hohentwiel ist einer der Vulkankegel im Hegau, misst 684m, ist der Hausberg von Singen, dessen Stadtgebiet sich östlich zu Füßen legt, und wird geologisch als Phonolit-Schlotpfropfen bezeichnet. Obenauf ist die große Festung Hohentwiel (9ha), die um 914 entstand, ein Touristenmagnet ist und auch schon mal aufgrund von Felssicherungsmaßnahmen nicht besucht werden kann (bitte vorher informieren).

Wir starten auf rund 430m in Singen beim Festplatz und an der Bahn. Die Eisenbahn und die Ansiedlung von Industrie aus der Schweiz ließen Singen zur Stadt wachsen, die heute rund 48.000 Einwohner zählt. Singen belegt bei den Sonnenstunden jährlich oft einen der vorderen Plätze. Das Vulkanverwitterungsgestein und die Sonne machen die Gegend weinbaufreundlich. Zwischen Festplatz und Rathaus fließt die Radolfzeller Aach, die an dieser Stelle zweiarmig eine Insel umgarnt, mit Aachbad, Scheffelhalle und Stadtgarten.

An der Schaffhauser Straße ist das MAC, das Museum Art Cars Singen mit Kunst und Automobilen. Östlich davon ist die Scheffelbrücke über die Radolfzeller Aach, die 20m lang zur Zeit der Inflation 1923 gebaut wurde. Sie trägt ein Preisschild: 1.520.940.901.926.024 Mark, kurz gesagt: 1,5 Billiarden.

Uns zieht keine Preisspirale aufwärts, sondern der Weg durch Wein, Wald und Wiesen zum Hohentwiel mit schönen Blicken von den Hügeln des Thurgaus bis in die Alpengipfel. Der Berg überragt Singen um rund 250m, man kann den markanten Hohenkrähen sehen und auch die A81. 

Die große Festungsanlage (Eintritt) wird im Schnitt von 80.000 Menschen jährlich besucht. In ihrer Geschichte war die Festung Hohentwiel Herzogssitz, wurde zur württembergischen Staatsfestung ausgebaut, mehrfach erfolglos im Dreißigjährigen Krieg belagert, war Staatsgefängnis. Erst 1801 wurde sie geschleift, im Zweiten Koalitionskrieg.

Ob nun die Festungsruine zu erreichen ist oder nicht, was da ist, ist das Museum Festungsruine Hohentwiel, das man aufsuchen kann, wenn man die Felsenrunde gegangen ist. Wir wandern weiter talwärts durch abwechslungsreiche Landschaft, queren die Bahn und die Radolfzeller Aach, nehmen den Uferweg, kommen am Stadtgarten vorbei und biegen in die Innenstadt ab. 

Hier ist ein Kulturzentrum, findet sich der Stadtgarten Singen mit dem Schaffhauser Kräutergarten als dauernde Erinnerung an die Landesgartenschau 2000, ist die Stadthalle, der Rathausplatz nebst kantigem Rathaus. Historisch gewandet ist das Archäologische Hegau-Museum im Oberen Schloss Singen. 15.000 Jahre Entwicklungsgeschichte sind drin. 

Das Obere Schloss Singen (1808-10) ist fast quadratisch, hat drei Geschosse und ein Mansarddach. Auf dem Rückweg queren die Radolfzeller Aach zweimal, gehen einen Zipfel durch den Stadtgarten, treffen auf Kunst im Raum mit dem asiatisch anmutenden Torweg Frontierland in den Auwiesen und sind schwupps zurück.

Bildnachweis: Von Frank Vincentz [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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