Rundtour an der Brenz-Quelle (Brenztopf) in Königsbronn


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 25 Min.
Höhenmeter ca. ↑391m  ↓391m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Zwischen Aalen und Heidenheim an der Brenz liegt mit Gleisanschluss und direkt an der B 19 das hübsche Königsbronn, wo die Brenz im Brenztopf ihre Quelle hat. In Königsbronn lässt sich auf Schritt und Tritt die Historie bestaunen mit Rathaus an der Brenz-Quelle und Hammerschmiede, mit Kirche und Klosterresten, mit Heimatmuseum und Kannenmuseum in der alten Pfisterei des Klosters.

Start ist am Parkplatz an der Brenz nahe der Schule und der Herwaldsteinhalle. Die Brenz schlängelt sich über 52km vom Brenztopf bis in die Donau. Zum Brenzursprung gehen wir als erstes. Die auch Brenztopf genannte Brenz-Quelle ist eine große Karstquelle, gerahmt von einer Felswand und mit dem stattlichen Rathaus nahebei. Das Rathaus mit einem schmucken Staffelgiebel wurde 1775 zu einem Wirtshaus umgebaut und ist seit 1885 Sitz der Gemeindeverwaltung.

Die Hammerschmiede steht seit 1559 an der Brenz-Quelle, wobei das jetzige Gebäude von 1860 ist. Zur Hammerschmiede gehörten die Masselhäuschen am Fuß des Schmiedefelsens. Das Roheisen wurde seinerzeit in Blockformen gegossen und die nannte man Massel.

Die Georg Elser Gedenkstätte ist gegenüber vom Rathaus. 1903 wurde Georg Elser unehelich geboren und erst ein Jahr später legitimiert, als dessen Mutter einen Herrn Elser heiratete. Georg Elser wuchs in Königsbronn auf, wurde Kunstschreiner und Widerstandskämpfer gegen das Naziregime. Er wurde bekannt durch sein Bomben-Attentat am 8.9.1939 im Münchner Bürgerbräukeller, dass Hitler und seine Obersten um nur 13 Minuten verfehlte. Am 9.4.1945 nach fünf Jahren Haft wurde Elser ohne Gerichtsurteil in Dachau per Genickschuss ermordet.

Wir gehen rechts hinter dem Gasthaus Hirsch in die Straße An der Hirschsteige und schlagen den Weg zur Ruine der Burg Herwartstein ein – natürlich bergauf. Die Höhenburg auf rund 570m entstand um 1050. 1302 wurde die Burg an König Albrecht I. verkauft, der das Zisterzienserkloster Königsbronn gründete. Man trug die Burg ab und nahm die Steine für den Klosterbau. Was zu sehen ist, ist das Ergebnis von der Ausgrabung von Grundmauern. Die einstige Burg liegt an der Straße der Stauffer und man hat von hier einen schönen Blick über Königsbronn.

Entlang von Wald und Feld gelangen wir an den Rand des Ortsteils Itzelberg mit dem Forstlichen Bildungszentrum und umrunden den Bannwald Siebter Fuß. Waldreich geht es auf und ab, dabei nutzen wir Wege wie: Weidmichelesweg, Asangsträßle, Krummerweg, Pfaffenbergsträßle, Spichtweg, Köhlerweg. Der Lärchenweg ist ein Sträßchen am westlichen Ortsrand von Königsbronn, das wir ein Stück umgehen. Über die Straße An der Poststeige kehren wir in den malerischen Ort zurück.

Das heimatkundliche Torbogenmuseum befasst sich mit der Geschichte von Burg, Kloster und Hüttenwerk und bietet Ja-Sagern ein Trauzimmer im Fürstensaal. Die evangelische Pfarrkirche „Klosterkirche“ sehen wir als nächstes und den Klosterhof, wo sich Mauerreste des einstigen Klosters erhalten haben. Man findet eine Reihe Epitaphien aus Gusseisen an einer Klostermauer.

Benachbart ist das Königsbronner Kannenmuseum in der Pfisterei des Klosters. Es zeigt Porzellankaffeekannen und bietet eine Klosterschenke. Pfisterei ist der alte Begriff für eine Klosterbäckerei. Das Kloster bestand übrigens bis 1553.

Bildnachweis: Von Holger Uwe Schmitt [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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