Rundtour über den Haidel nach Leopoldsreut und zur Herzogsreuter Klause


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 18 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 21 Min.
Höhenmeter ca. ↑378m  ↓378m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Herzogsreut liegt im Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Österreich. Wir werden uns in zwei Schleifen, über 18km überwiegend durch den Wald im Nationalpark Bayerischer Wald bewegen, von Herzogsreut aus auf den Haidel (1.166m) mit Haidel-Turm und Aussicht zum Lusen und Dreisessel, nebst St. Nepomuk Kapelle in Leopoldsreut, wo ein Infozentrum entstand. Via Hochstraße geht’s zur Herzogsreuter Klause, aus der der Windischbach ableitet.

Am Windischbach, der westlich von uns in den Saußbach mündet, starten wir unsere Rundwanderung, nördlich von Herzogsreut und wir gehen gen Süden durch den Ort und in den Wald hinauf. Nach 4,8km biegen wir zum Haidel ein. Nach rund 6km Waldfrische mit Überwindung von 370 Höhenmetern erreichen wir den 1.166m hohen Haidel bei einer Lichtung. Der Haidel ist an sich bewaldet, hat einen flachen Rücken und weithin sichtbar einen Sendeturm der Deutschen Telekom AG und einen Aussichtsturm.

Der heutige Haidelturm misst 35m, ist der dritte am Ort und aus Douglasien- und Lärchenholz gebaut. 159 Stufen führen zur Aussichtsplattform auf rund 30m. Man schaut ins Gebiet von Böhmen, ins Mühlviertel und bis in die Daunauebene. Panoramatafeln und ein Infopavillon geben weitere Auskünfte. Im Mittelalter führte ein Salzhandelsweg über den Bergrücken von Passau nach Prachatitz in Böhmen, einer der sogenannten Goldenen Steige.

Wenn wir rund 11,7km gewandert sind, kommen wir an der Kreuzung aus, wo wir zum Haidel eingebogen sind. Jetzt halten wir uns rechts, um nach Leopoldsreut zu gehen. Leopoldsreut, auch genannt Sandhäuser, ist ein auf 1.108m gelegenes seit 1963 verlassenes Dorf, das einst zur Grenzsicherung diente und eine Mautstation am Goldenen Steig war. Es wurde auch Quarzsand für die Glasindustrie abgebaut, daher die Bezeichnung Sandhäuser.

Wir sehen die alte Schule als zweigeschossigen Putzbau, der oben Holzverschalung hat und aus dem Jahr 1895 ist. Ein weiteres Baudenkmal ist die katholische Filialkirche St. Johann v. Nepomuk aus dem 18. Jahrhundert. Seit 2010 finden jährlich Festspiele hier oben statt. Man trifft auf Erinnerungsbäume und ein Glaskunstwerk, Ruhebänke und Aussichtspunkte zum Lusen und Dreisessel. Die Lichtung endet beim Wirtsmautnerhof.

Es geht talwärts und wir treffen auf den Weg Hochstraße, biegen links ein und kommen zur Herzogsreuter Klause. Klause bezeichnet im Wasserbau eine Trift für die Flößerei – in diesem Falle ist es die Trift-Schwelle am Windischbach. Dem folgen wir dann auch zum Ausgangsort zurück.

Bildnachweis: Von High Contrast [CC BY 3.0 de] via Wikimedia Commons

Vgwort