Runde von Burg Veldenstein zu den Höhlen im Veldensteiner Forst


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 17 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 20 Min.
Höhenmeter ca. ↑437m  ↓437m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wo die Pegnitz ein ausladend geschwungenes „S“ beschreibt, starten wir in unsere Runde: in Neuhaus an der Pegnitz. Der Fremdenverkehrsort im Norden des Kreises Nürnberger Land grenzt an den Veldensteiner Forst, der sich nordwestlich ausdehnt und in dem sich einige Höhlen befinden, wofür wir eine Taschenlampe eingesteckt haben.

Das Waldgebiet liegt im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst. Die mittelalterliche Burg Veldenstein liefert den Namen und überragt Neuhaus, in dem mancherorts das Kommunenbier gebraut wird. Kommunbier oder auch Zoigl ist Bier, das von Privatpersonen gemeinschaftlich gebraut wird. Die Maische wird im so genannten Kommunbrauhaus gekocht und gehopft. Die gewonnene Würze nehmen die einzelnen Zoiglbrauer mit nach Hause und versetzen sie im Gärkeller mit Hefe. Da dabei jeder Zoiglbrauer nach seinem eigenen Rezept verfährt, sind Schwankungen im Geschmack des Zoigl von Ortschaft zu Ortschaft, aber auch von Wirt zu Wirt üblich und für das Zoiglbier geradezu typisch. Neben diesem traditionellen Zoigl wird heute auch von kommerziellen Brauereien Bier unter dem Namen Zoigl angeboten.

Die Halbtageswanderung beginnt am Bahnhof des Markts Neuhaus an der Pegnitz. Auf der anderen Seite vom Gleis ist Kaiser-Bräu, das 1929 gegründet wurde und heute die größte Brauerei im Nürnberger Land ist. Wir gehen zum Rathaus an der Straße Unterer Markt. Benachbart ist der Kommunbrauer Reindl. Das Braurecht wurde ihm und anderen in Neuhaus im 16. Jahrhundert von Fürstbischof Weigand von Redwitz erteilt, damit verbunden war auch das Schankrecht.

Wir gehen durch die Kirchengasse und sehen die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul (1765), deren Chorturm im Kern aus dem Jahr 1496 stammt, die Haube ist barock. Der Bau erhebt sich unterhalb der Burg Veldenstein, die unser nächstes Ziel ist, am Kommunbrauer Döth vorbei.

Die mittelalterliche Höhenburg Veldenstein erhebt sich rund 35m über der Umgebung. Die Amtsburg des Bistums Bamberg wurde erstmals 1269 urkundlich genannt. Tore, Türme und Mauern konnten sich über die Jahre erhalten. Hoch über der Pegnitz erhebt sich der Bergfried. Aussichten in die Umgebung liefern die Türme. Alte Wache, Pulverturm, Nordostturm, Zwinger, Getreidekasten, Verbindungsgänge, man kann sich das Treiben auf der Burg vorstellen.

Aussichts- und abwechslungsreich geht es dann durch die Landschaft mit Wald und Feld nach Ziegelhütte und weiter hinauf durch Wald. Nach rund 5,4km sind wir auf 502m und an der Polsterweiherhöhle, die als Geotop ausgewiesen ist. Auf den nächsten 400m geht es zum höchsten Punkt der Runde bis auf 523m.

Wir bleiben von Bäumen umgeben und kommen zur nächsten felsigen Erscheinung im Veldensteiner Forst, dem Felsenloch bei Höfen. Das ist wirklich ein Loch, da will man nicht reinfallen oder entsorgt werden.

Kurz später überqueren wir die Straße zwischen Plech und Höfen. Die nächste Felsengeschichte könnte die Raumhöhle erzählen. Sie hat 30qm Fläche etwa und eine interessante Struktur, irgendwie auch ein wenig bedrohlich. Wollten wir nach Plech, könnten wir uns von hier aus auf den Plecher Höhlenweg begeben und sähen weitere Grotten. Wir bleiben auf unserer Runde, kommen nach gesamt etwa 11,4km an einer Wetterschutzhütte vorbei nach Pfaffenhofen. Durch offene Landschaft mit Feldern und Wiesen sowie durch Wald geht es nach Neuhaus zurück.

Kurz treffen wir auf die Burgstraße und auf ein Sportheim, machen einen kleinen Bogen durch die Natur und genießen die ein oder andere Aussicht auf die Pegnitz, bevor wir am katholischen Pfarrzentrum vorbei, durch die Waldstraße und Oberer Markt zum Bahnhof gelangen.

Bildnachweis: Von Anonyma fotografiert für --Xocolatl [Public Domain] via Wikimedia Commons

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