Runde vom Bergwerk Fürstenzeche zur Künischen Kapelle am Osser


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 51 Min.
Höhenmeter ca. ↑653m  ↓653m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Diese Runde trägt auch zur Vertiefung der Sprache des Nachbarn bei, denn wir sind auf dem Weg durch das Künische Gebirge mit dem Großen (Velký) und Kleinen (Malý) Osser (Ostrý). Künisches Gebirge heißt auf Tschechisch: Královský Hvozd und kann mit „königlicher Wald“ übersetzt werden.

Wir sind heute zumindest fürstlich unterwegs und unsere Wanderung grenzt an Teile des zergliederten Naturschutzgebiets Královský Hvozd in Tschechien. Fürst auf Tschechisch heißt übrigens Princ – kann man sich gut merken. Fürstenzeche wäre: prince šachta.

Wir starten aus Lam kommend am Ende der Zechenstraße auf dem Parkplatz des Besucherbergwerks Fürstenzeche. Nördlich des Kastlbachs ist der Ortsteil Buchet. Das seit 1453 bestehende Bergwerk Fürstenzeche im Lamer Winkel war im 16. Jahrhundert ein bedeutender Silberlieferant. Eine große Besonderheit ist das Bleimineral, das so genannte „Bayerwaldsmaragd“, ein Mineral das in Mitteleuropa lediglich hier vorkommt.

Wie emsig die Bergleute sein mussten, um an die Schätze der Erde zu kommen, lassen Stollen bis zu 25km Länge erahnen. Ein Teil des Bergwerks Fürstenzeche ist als Besucherbergwerk ausgebaut und liefert lebendige Eindrücke. Eine Bergwerksbefahrung nimmt etwa 45 Minuten in Anspruch.

Wir gehen durch die herrlichen Wälder in den Gefilden Buchetau und Osserwald, es geht beständig bergan. Nach etwa 4,1km sind wir an der deutsch-tschechischen Grenze und folgen ihrem Verlauf für rund 300m, wobei wir am Großen Osser auskommen. Der Berg misst 1.293m und besteht aus Glimmerschiefern, das ist noch so eine geologische Besonderheit, denn dieses Gestein ist anders als das in der Umgebung. Es entstand aus tonigen Ablagerungen, dazu kamen dann hohe Temperaturen und Druck im Erdinneren. Das Gebirge des Osser-Massivs hob sich und Erosionen ließen den harten Glimmerschiefer nach oben gelangen. Früher wurden aus dem Stein Mühlsteine gemacht. Der Osser gehört zu den hundert schönsten Geotopen Bayerns.

Vom Großen Osser kommen wir dann auf dem Höhenzug zum Kleinen Osser (1.266m). Dazwischen machen wir Halt an der Künischen Kapelle (1986), wo am ersten Augustsonntag die Osserkirchweih stattfindet. Wunderschön ist auch der Gang über die langgestreckte Osserwiese. Als nächstes geht es zum Sattel und Richtung Himmelreich zurück zum Ausgangsort.

Bildnachweis: Von Rosa-Maria Rinkl [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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