Großer Osser und Kleiner Osser: Rundtour im Bayerischen Wald


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 5 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 32 Min.
Höhenmeter ca. ↑365m  ↓365m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die beiden „Brüder“, Kleiner und Großer Osser gehören zum Künischen Gebirge, das auf Tschechisch Královský Hvozd heißt und mit „Königlicher Wald“ übersetzt werden kann. Das Künische Gebirge erstreckt sich zwischen Osser und Zwercheck, umfasst Teile des Bayerischen Walds und des mittleren Böhmerwalds.

Unsere heutige kleine Runde umspannt die beiden Osser-Anhöhen von 1.293m und 1.266m, die aus dem sogenannten Glimmerschiefer emporgewachsen sind – Geologen mögen diese einfache Umschreibung verzeihen. Der Glimmerschiefer aus einer einstigen Tiefe von bis zu 15m ist ein hartes Gestein und damals wurden daraus gerne Mühlsteine produziert, denn man musste diese kaum nachschärfen.

Das Thema leitet prima über zu Frage, was wohl „Osser“ bedeuten könnte. Im Tschechischen heißen die beiden Malý Ostrý und Velký Ostrý – was übersetzt werden kann mit kleine (scharfe) Klinge und große (scharfe) Klinge. Auf der Messers-Schneide werden wir auch ein Stück Grenzverlauf erkunden.

Wir starten am Ende der Hopfenwaldstraße „Auf dem Sattel“. Folgendermaßen sind wir mit dem Auto dahin gekommen: von Lam durch die Lambacher Straße in Richtung Lambach und vor dem Ortsteil rechts in die Hopfenwaldstraße.

Per Pedes geht es zum Sattel durch die Ossersattelstraße und wir genießen erste Aussichten. Mischwald und die davon erzeugte Frischluft umgibt uns auf dem Weg hinauf, wo wir uns bei der Osserwiese rechts halten, um sie zu durchschreiten.

Kurz drauf finden wir uns auf dem Kleinen Osser wieder und noch ein Stück weiter auf dem Großen Osser. Dazwischen liegt die 1986 gebaute Künische Kapelle mit Überdachung nach vorne, damit zum Osserkirchweihfest am ersten Augustsonntag so viele Seelen wie möglich im Trockenen sind.

Auf dem Großen Osser sind einige unterhaltsame Momente garantiert, zum Beispiel am Berührstein, der zur Handgreiflichkeit einlädt. Er ist so gestaltet, dass man den eigentlichen Boden als Skulptur erfassen kann. Selbstredend fehlen am Großen Osser auch ein Gipfelkreuz und Gastronomie nicht.

Auf der tschechischen Seite ist als Bodendenkmal die einstige Burg Osser ausgewiesen. Dort ist heute ein Schutzhaus. Die Burg Osser war stammte aus dem 12./13. Jahrhundert und wurde vielleicht nicht mal vollendet. Wir folgen ein Stück dem Grenzverlauf und nehmen den Osser-Riesen-Steig als Rückweg.

Bildnachweis: Von Rosa-Maria Rinkl [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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