Runde über Kastell Würzberg und Bullauer Bild


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 34 Min.
Höhenmeter ca. ↑181m  ↓181m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Mit 509m ist Würzberg der höchstgelegene Stadtteil von Michelstadt. Als Hubendorf, oder Waldhufendorf, zeichnet es sich durch die Lage und Verteilung der Höfe mit angrenzenden Feldstreifen aus, die auf einer Rodung entstanden sind.

Zur Zeit der Römer verlief auf dem Würzberger Höhenzug der Neckar-Odenwald-Limes, an dem zwei Römerkastelle lagen: Kastell Eulbach nördlich, Kastell Würzberg mit Römerbad südlich. Ebenfalls bekannt ist bei Archäologen und Historikern mit Odenwaldfaible der Eulenbach Park. Unsere Tour ist südlich von Würzberg.

Auf den Spuren der Vergangenheit starten wir auf einem Wanderparkplatz an der K45, am südlichen Ortsausgang von Würzberg. Durch offene Landschaft geht es sogleich zum Römerbad und der Römerkaserne. Die römischen Soldaten sollten im unwirtlichen Norden auch ein wenig heimatliche Wellness-Kultur erleben dürfen. Im 2. Jahrhundert wurde das Bad im Kastell Würzberg für vermutlich 60 Jahre genutzt, dann wurde die römische Grenze nach Osten verschoben. Man kann an der Aufbereitung schön erkennen wie es funktioniert hat, mit Heizung, Kalt- und Warmwasserbecken und Sauna.

Wir wandern weiter aufsteigend in Richtung Roter Buckel (540m), sind von Wald umgeben und wandern durch ihn in südwestliche Richtung, erst abwärts und wieder hinauf, bis zum Bullauer Bildstock, nördlich von Bullau, den wir nach gesamt rund 5,9km erreichen. Das Bullauer Bild (16. Jh.) war bis 2012 von einer mächtigen Buche umrahmt, nahezu eingewachsen. Der zweiteilige Bildstock aus Sandstein verlor durch Feuchtigkeit seinen unteren Teil, der durch einen neuen ersetzt wurde. Rundherum ist nun ein Spalierhäuschen.

Die Wanderung führt anschließend durch den Wald quasi schnurstracks nach Würzberg, zuletzt auf dem Alten Kutschenweg und auf der Straße Am Trieb. Wir genießen die abwechslungsreiche Landschaft mit Feldern und Wiesen des Hubendorfs und stellen uns vor, wie das damals so gewesen sein mag, hier am Odenwald-Limes, für die Soldaten aus Rom in den Kastellen im vielleicht nassen Grün und Dickicht der Germanen, denn Würzberg mit Bewohnern auf einer Rodung gab es erst viel später (11./12. Jahrhundert).

Bildnachweis: Von DerHexer [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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