Runde durch die Neuffener Heide über das Bauerloch zur Burg Hohenneuffen


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 3 Min.
Höhenmeter ca. ↑473m  ↓473m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Unterhalb der Burg Hohenneuffen erstreckt sich im terrassierten Gelände die höchstgelegenen Weinlage Deutschlands, die Großlage Hohenneuffen. Wir starten in Neuffen, das durchschnittlich auf 408m liegt, die Burg steht weithin sichtbar auf dem 743m messenden Hohenneuffen, dazwischen sprießt‘s und erstreckt sich eine Heidelandschaft. Ins Gestein kommen wir bei der Barnberghöhle und dem Bauerloch.

Einen ersten historischen Eindruck verschaffen wir uns gleich am Start am Bahnhof Neuffen mit der Tälesbahn und vielleicht sehen wir auch das Sofazügle. Die Tälesbahn zwischen Nürtingen und Neuffen wurde 1900 gebaut. Das Fachwerkbahnhofsgebäude entstand mit Jugendstilelementen und trägt ein keckes Erkertürmchen.

Durch die Bahnhofstraße wandern wir in den Stadtkern, kommen am Deutschen Ordensmuseum vorbei zum Melchior-Jäger-Haus, gegenüber der Stadtbücherei. Das stattliche denkmalgeschützte Gebäude wird auch Jäger‘sches Schlösschen genannt und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Nach etlichen Besitzerwechseln wird es heute von der Stadt genutzt.

Wir halten uns Richtung Kirchturm und kommen am beeindruckend hübschen Rathaus Neuffen vorbei mit seinen Laubengängen und den Fachwerkobergeschossen. Der Bau des repräsentativen Stadtmittelpunkts startete Mitte des 17. Jahrhunderts und hat wohl einige Jahrzehnte in Anspruch genommen, lassen Bittbriefe vermuten.

Die Martinskirche fällt durch das Fachwerkobergeschoss des Turms bereits ins Auge. Die Hauptbauzeit der frühgotischen Basilika geht in den Anfang des 14. Jahrhunderts. Im Inneren ist ein hochgotischer Chor. Die Kassettendecke und weiteres der Ausstattung kam 1932.

Durch die Burgstraße biegen wir in den Zweifelhardtweg, dann in die Breitensteinstraße, kommen zum Wanderparkplatz Schelmenwasen und aus dem Städtchen raus, rauf in das Naturschutzgebiet Neuffener Heide, das sich zwischen Burg und Weinlagen erstreckt – Heidelandschaft begeistert uns immer wieder.

Nach 3,3km etwa sind wir am Bauerloch, einer Karsthöhle im obersten Teil der Bauerlochschlucht und am nördlichen Trauf der Schwäbischen Alb. Aus dem Loch sprudelt es bei Schneeschmelze und nach Starkregen, was sich dann bildet hat man Dürrenbach genannt.

Wir wandern weiter in südliche Richtung, Wald, Waldrand und Heide sehend, aufwärts, auch in Serpentinen zur Barnberghöhle. Die Karsthöhle hat beachtliche 46km Länge. In ihr wurde ein menschlicher Schädel gefunden sowie Spuren aus der Jungsteinzeit.

Jetzt, nach etwa 5,4km, sind wir schon ziemlich obenauf und überschreiten bald die 700m Höhe. Auf dem Weg zur Burg Hohenneuffen genießen wir die herrliche Naturlandschaft und die abwechslungsreichen Aussichten. Die Burg Hohenneuffen entstand im 12. Jahrhundert, an strategisch günstiger Lage am Albtrauf. Im 15. Jahrhundert wurde sie zur Landesfestung ausgebaut. Noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde weiter an der Befestigung gerüstet. Als das Interesse abflachte, die Kosten zu explodieren drohten, klopfte der Verfall an.

Ihren großen Auftritt hatte die Burg dann bei der Dreiländerkonferenz (1945/46) der Regierenden der drei südwestdeutschen Nachkriegsländer. Ziel war ein Zusammenschluss der Länder im Südwesten. Das kam nicht zustande, lieferte aber einen wichtigen Impuls zur Gründung von Baden-Württemberg 1952. Bereits damals gab es den hier wachsenden Täleswein und auch die Aussicht auf das Neckarland, über die Stuttgarter Höhen, vom Schwarzwald bis ins Schwäbische Bergland. Der Eintritt zur Burg ist übrigens frei.

Wenn wir die Burg verlassen haben wir 3,5km Abstieg vor uns, durch Wald begleitet. Wir biegen in die Kirchheimer Straße ein und können durch die Schillerstraße zum Bahnhof Neuffen zurückwandern.

Bildnachweis: Von Franzfoto [GFDL] via Wikimedia Commons

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