Heidengraben und Burg Hohenneuffen: Rundwanderung am Albtrauf


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 18 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 16 Min.
Höhenmeter ca. ↑816m  ↓816m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die Wanderung beginnt östlich von Neuffen und verläuft gegen den Uhrzeigersinn. Es wird viel geboten: Heidelandschaft in der Neuffener Heide, Felseinblick am Bauerloch, Aussichten am Albtrauf vom Beurener Fels, vulkanisches am Hohbölle und die höchste Weinlage Deutschlands rund um den Hohenneuffen mit der Burg Hohenneuffen.

Start ist der Wanderparkplatz Schelmenwasen. Wir gehen ein Stück des Weges Hartwald, dann öffnet sich die Runde ins Naturschutzgebiet Neuffener Heide, das zwischen den terrassierten Weinlagen und dem Gipfel Hohenneufen liegt. Hier steht die Heidelandschaft mit ihrer besonderen Flora und Fauna unter Schutz.

Nach dem Naturschutzgebiet erwartet uns das Bauerloch. Es ist eine Karsthöhle im obersten Teil der Bauerlochschlucht, verortet am nördlichen Trauf der Schwäbischen Alb. Die Besonderheit ist, dass aus dem Bauerloch nach der Schneeschmelze und starken Regenfällen Wasser sprudelt und den Dürrenbach bildet.

Die Wanderung macht eine Südkurve mit Wald. Nach etwa 3km gesamt sind wir auf etwa 600m und überwinden auf dem nächsten Kilometer über 100 Höhenmeter. Wir genießen Aussichtspunkte, Felsformationen und Blicke über offene Landschaft, die sich östlich von uns erstreckt. Nach etwa 4,4km haben wir Gelegenheit an einer Grillstelle, von Wiesen umgeben, zu rasten.

Ganz in der Nähe ist die Schanze, genauer: eine Viereckschanze aus der Keltenzeit. Deren Hauptverbreitungsgebiet ist Süddeutschland. Sie sind viereckig angelegte Wall- und Grabenanlagen, die – man weiß es nicht genau – keltische Gutshöfe umschlossen. Kurz drauf kommen wir am Wanderparkplatz Hohenneuffen vorbei, bleiben in Höhenlagen von 640 bis 740m und kommen an weiteren schönen Aussichten am Albtrauf entlang, wie dem Wilhelmsfelsen zum Beispiel.

Mit Waldbegleitung gelangen wir an den Ortsrand von Erkenbrechtsweiler und zum Beurener Brünnele. Erkenbrechtsweilers Gemarkung liegt im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Das Beurener Brünnele ist sozusagen hinter Gittern, aus ihm entwickelte sich der Tobelbach, der bei Beuren den Tobelweiher bildet. Da kommen wir auch noch hin.

Jetzt erst nochmal Geschichte tanken. Wir wandern entlang der Straße Burgweg, kreuzen die Kirchheimer Straße, kommen über den Wanderparkplatz Baßgeige zum Heidengraben (kleiner Abstecher), einem von mehreren Fundstellen, die auf die Besiedelung der Kelten im 1. Jahrhundert vor Christus deutet. Das keltische Oppidum erstreckt sich über die Gemarkungen von Grabenstetten, Erkenbrechtsweiler und Hülben und hatte einen inneren wie äußeren Verteidigungsring.

Mit einer Gesamtfläche von 1662ha ist der Heidengraben die größte bekannte keltische Befestigungsanlage in Deutschland. Wir durchwandern Wiesen und Äcker und kommen wieder in den Wald mit Aussichtspunkten wie dem Schlupffels.

Dann sind wir an der Beurener Hütte und könnten einen Abstecher auf den Beurener Fels machen. Wenn wir etwa 11km gewandert sind, kommen wir von 730m innerhalb der nächsten 1,4 auch in Serpentinen hinunter bis auf rund 485m.

Gegenüber der Straße ist der Parkplatz zum Freilichtmuseum beim Landhaus Engelberg, am Fuße vom Spitzberg und Engelberg. Wir bleiben im Tal, wenden uns gen Süden, gehen ein Stückchen K1262 und kommen, Weinlagen sehend, zum Tobelweiher am Tobelbach mit der Seehütte.

Nächstes Ziel, dem wir entgegenstreben, ist durch offene Landschaft der bewaldete Hohbölle, dessen 514m-Gipfel wir allerdings nicht erklimmen, sondern ihn rechts von uns lassen. Entlang Waldrand und durch Wald folgen wir dem Philosophenweg zum Hohenneuffen, der mit 743m emporragt.

Auf dem Hohenneuffen steht die Burg Hohenneuffen (12. Jahrhundert), die auch ein recht geschichtsträchtiger Ort ist. Ihre letzte bedeutende Spur legte sie als Treffpunkt der Dreiländerkonferenz (1945/46), als es darum ging, die südwestdeutschen Landesteile zu vereinen, was nicht gelang, aber Signalwirkung hatte für die Gründung von Baden-Württemberg 1952. Am schon damals hier ausgeschenkten Täleswein, mag es wohl nicht gelegen haben, denn den gibt es immer noch. Man genießt zudem eine herrliche Aussicht auf das Neckarland und die Stuttgarter Höhen und alles bei freiem Eintritt. Recht locker nehmen wir dann die letzten 1,5km der interessanten Wanderung in Angriff.

Bildnachweis: Von Harke [GFDL] via Wikimedia Commons

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