Rother Kopf

Nordwestlich von Gerolstein, zwischen den Stadtteilen Müllenborn und Roth, ragt der Vulkankegel des Rother Kopfs (566m) aus der Landschaft empor. Wer wirklich tiefe Einblicke in das Innere der Vulkaneifel werfen will, für den ist ein Besuch der Mühlsteinhöhlen ein Muss, natürlich nur, wenn man in dunklen, engen Räumen unter Tage keine Ängste verspürt.

Anzuraten ist auf jeden Fall das Mitbringen einer Taschenlampe, Schuhe mit gutem Profil, wärmende Kleidung, da so manche Mühlsteinhöhle aufgrund des Klimas auch eine Eishöhle war oder noch ist. Der Rother Kopf am Eifelsteig ist ein in Nord-Südrichtung ausgelegter Basaltschlackenkegel. Vermutlich seit dem Mittelalter um das Jahr 1300 wurde in den Mühlsteinhöhlen, auch Drachenhöhle oder Backofenhöhle genannt, Mühlsteine herausgebrochen. Eindrückliches Beispiel ist ein Abstieg in die Mühlsteinhöhle, die 80m tief in den Berg gegraben wurde. Damals noch im offenen Tagbau, später wurde dieser verschüttet und eine Höhle bildete sich. Rund 15m unter der Erde, genießt man die typische kalte und feuchte Luft der Höhle, gut für Pollenallergiker. Um die 6 Grad hat es hier. Als durch die Höhle noch keine Luft zirkulierte, konnte sich Eis an den Wänden bilden.

Mit der Taschenlampe ausgerüstet kann man sich in der Mühlsteinhöhle einen Eindruck von der Mühsal verschaffen, die die Steinhauer mit der Gewinnung der Mühlsteine hatten. Die Steine wurden fast komplett herausgemeißelt. Nicht restlich geklärt ist, wie man sie dann aus der Felswand heraus bekam. Man vermutet, dass nach dem Herausarbeiten, inklusive des Achsloches, ein Steg übrig blieb. Dann wurden Holzkeile dahinter getrieben und mit Wasser zum Aufquellen gebracht. Diese natürliche Sprengkraft sorgte dann für das Herausbrechen des Steins, der wie in der Mühlsteinhöhle einen Durchmesser von 1,5m hatte.

In der Vulkaneifel finden sich mehrere Mühlsteinhöhlen, was daran liegt, das das Gestein hier besonders für den Mahlvorgang geeignet war. Der Rother Kopf ist ein Schlacken- und Ascheschichtvulkan, glühende Lavafetzen sind miteinander verschmolzen und schufen dabei die Basaltschlackenbank. Das Gestein ist porös, dabei sehr hart und zäh. Die raue Oberfläche nutzt sich nicht ab, da durch den Abrieb immer wieder neue Poren entstehen, die ebenso rau sind.

Umgeben ist der Rother Kopf von den Gerolsteiner Stadtteilen Roth und Müllenborn. Roth liegt nördlich am Rother Bach. Die Kirche im Ort ist ein großer neugotischer Saalbau aus dem Jahr 1892. Südlich ist Müllenborn am Oosbach. Zwischen diesem und dem Hüttengraben hat Müllenborn einen kleinen Teich. Daneben bietet Müllenborn einen Campingplatz, ein Landhaus mit Restaurant und ein Schullandheim sowie einige denkmalgeschützte Gebäude. Darunter Hofanlagen und Wohnhäuser. Die katholische Filialkirche St. Antonius in der Müllenborner Straße ist ein zweiachsiger Saalbau aus dem Jahr 1682.

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