Roth bei Prüm

Das kleine Eifel-Dorf Roth liegt nördlich der Schneifel an der Grenze zu Belgien. Keine 500 Menschen leben hier, wo einst ein Stück des über 630km langen Westwalls verlief, den die Nazis 1938-40 errichten ließen. Der Westwall verlief von Kleve am Niederrhein bis an die Grenze zur Schweiz und bestand aus über 18.000 Bunkern, Stollen sowie zahllosen Gräben und Panzersperren. Nordöstlich von Roth sind noch einige Überbleibsel des Westwalls zu entdecken.

In Roth selbst steht die um 1500 erbaute St. Leonhard Kirche, ein kleiner Saalbau mit massigem Westturm. Einige der Fenster sind vom Maler Charles Crodel gestaltet, der auch Arbeiten für die Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, den Erfurter Dom, den Dom zu Halberstadt und den Naumburger Dom anfertigte.

Südöstlich von Roth an der Bundesstraße B 265 nach Prüm liegt das 28ha große Naturschutzgebiet Rohrvenn. Das Rohrvenn wird auch gerne als das Hohe Venn in Miniatur beschrieben. Das Rohrvenn vermittelt mit seiner Moor- und Heidevegetation ein ganz ähnliches Landschaftsbild wie das Hohe Venn. Hier wächst u.a. die ansonsten in Rheinland-Pfalz sehr seltene Glockenheide (Erica tetralix).

Fährt man die Bundesstraße B 265 weiter, kreuzt man die Landstraße L 20 nach Hallschlag. An der Kreuzung steht das Forsthaus Schneifel. Das eingeschossige Quereinhaus wurde 1877 im Stile des Historismus erbaut.

Weiter nördlich findet sich ein weiteres interessantes Stück Natur, das Hochmoor Timpel am Lambach. Das Hochmoor gehört zur sogenannten Rother Heide, die bis auf den Timpel am Lambach heute aber gar keine Heide mehr ist, sondern Grünland und Forst. Auch am Hochmoor Timpel am Lambach finden sich Glockenheiden-Bestände und weitere seltene Pflanzen wie die Moorlilie und das Sumpfveilchen.

Südöstlich von Roth liegt der Ortsteil Kobscheid. Hier steht die katholische Kirche St. Franz Xaver, ein zweiachsiger neugotischer Saalbau von 1890. Auch bei Kobscheid finden sich noch Reste des Westwalls.

Ganz im Westen der Gemarkung von Roth kommt man zum Auwer Stausee. Der knapp 5ha große Angelteich liegt zu seinem größeren Teil bereits im Gebiet der Gemeinde Auw. Von Auw aus lassen sich gut Wandertouren ins obere Ourtal unternehmen.