Roetgen

Roetgen, Tor zur Eifel. Das ist kein Werbespruch, nein, Roetgen trägt den Beisatz „Tor zur Eifel“ tatsächlich seit 2012 als offiziellen Namensbestandteil. Die Gemeinde mit ihren drei Ortsteilen liegt im Vichtbachtal. Der Vichtbach entspringt in Roetgen und mündet nach 23km in Stolberg in die Inde.

Der älteste Ortsteil der Gemeinde Roetgen ist das nördlich gelegene Mulartshütte, das aufgrund seiner Lage auch „Dorf im Loch“ genannt. Mulartshütte geht übrigens auf eine erstmalig 1504 gegründete Eisenhütte zurück. Nahe des Ortes ist ein geologischer Lehr- und Wanderpfad beschildert, der auf den Bergbau und die Eisenindustrie eingeht. Sehenswert in dem alten Ort sind die Bruchstein- und Fachwerkhäuser ab dem 17. Jahrhundert.

Wanderer zieht es gerne zur 40ha großen Dreilägerbachtalsperre, die sich zwischen Roetgen und dem Ortsteil Rott erstreckt. Die Talsperre dient wie die östlich gelegene Kalltalsperre der Trinkwassergewinnung. Die Dreilägerbachtalsperre wurde 1909-12 mit Gewichtsstaumauer gebaut. Zahlreiche Wanderwege führen hier längs, auch der Eifelsteig und als örtliche Besonderheit die Struffelt-Route.

Die Struffelt-Route ist benannt nach dem nördlich der Talsperre gelegenen Naturschutzgebiet Struffelt und dem Rotter Hausberg Struffelt (450m). Die Struffelt-Route ist ein 9,7km langer Partnerweg des Eifelsteigs und führt rund um die Dreilägerbachtalsperre.

In Roetgen selbst ist die Marienkapelle aus der Mitte des 17. Jahrhunderts sehenswert. Sie ist der Rest der alten Kirche, die abgerissen wurde, als man 1854-56 die Hubertuskirche als neugotischen Sakralbau in Roetgen errichtete. Auch eine evangelische Kirche hat Roetgen anzubieten. Sie wurde 1782 geweiht und folgt in der Form und Gestaltung der Zeit der Reformation.

Hält man sich westwärts, trifft man hinter der Bundesstraße B 258 auf die Trasse der stillgelegten Vennbahn, die heute vom gleichnamigen Fernradweg genutzt wird. Die Trasse selbst gehört zu Belgien, aber dahinter geht’s gleich wieder mit Deutschland weiter, so dass wir hier eine typische Exklave vorfinden – ein komplett im Ausland liegendes Gebiet einer Nation.

In die dieser Exklave steht an der Weser die Charliers-Mühle. Die frühere Wassermühle, heute ein Wohnhaus, stammt aus dem Jahr 1768, bzw. der Unterbau des Hauses ist noch aus der Zeit.