Lammersdorf (Simmerath)

Durch Lammerdorf am Fuße des Hohen Venns führt die Bahntrasse der mittlerweile stillgelegten Vennbahn und die gehört zum Staatsgebiet von Belgien. So ist der westliche Teil von Lammersdorf rein rechtlich nur durch einen Grenzübertritt zu erreichen und bildet damit eine Exklave vom deutschen Hoheitsgebiet.

Spuren von Krieg ziehen sich durch Lammersdorf in Form der in Beton gegossenen Panzerabwehr-Höckerlinien des Westwalls und unter manch einem Hubbel im Erdreich liegt ein gesprengter Bunker. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Lammersdorf zum Aufmarschgebiet für die Kampfhandlungen im Hürtgenwald.

In Lammersdorf besuchenswert ist das hübsch anzusehende Bauernmuseum Lammersdorf, das an Sonn- und Feiertagen zwischen April und Oktober geöffnet hat. Drinnen warten rund 2.000 Exponate darauf, neu entdeckt zu werden. Es schaut ein wenig so aus, als kämen die Bauersleut gleich vom Feld nach Hause. Aber auch von außen macht das Bauernmuseum was her, denn das Häuschen aus der Zeit um 1900 wurde liebevoll restauriert.

Die Schlacht im Hürtgenwald (Oktober 1944 bis Febraur 1945, Wehrmacht gegen US Army) unbeschadet überstanden hat die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, deren Grundsteinlegung 1901 erfolgte. Fresken im Nazarener-Stil im Inneren konnten in den 1990er Jahren wieder frei gelegt werden.

In der Lammersdorfer Grundschule findet sich die Naturkundliche Bildungsstätte Nordeifel. Dort zeigen über hundert Exponate die Flora und Fauna der Rur-Eifel und des Hohen Venns. Im Angebot sind auch geführte Wanderungen, die dem Gast die Region bis zur Kalltalsperre näher bringen.

Die 18ha große Kalltalsperre wurde im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ab März 1934 errichtet. Da die Kalltalsperre der Trinkwasserentnahme dient, darf man da nicht ins Nass hüpfen, sondern drum herum Wandern oder Radfahren. Das aber lohnt sich, denn die Wasserfläche ist malerisch von Wäldern gerahmt.

IVW