Riol

Wir schreiben das Jahr 70 nach Christus. Der Volksstamm der Treverer hatte das damalige weltpolitische Chaos (Nero tot, vier Nachfolgeaspiranten bekämpfen sich) ausgenutzt und wollte die römische Besatzung in Hunsrück und Eifel beenden. Aber die Römer schlugen zurück, bei der Schlacht von Rigodulum – vom Zeitgenossen Tacitus dokumentiert.

Rigodulum? Kennt man heute nicht mehr. Aber man merkt schnell die Verbindung, wenn man auf das Ortsschild von Riol stößt. Riol liegt zwischen Longuich und der Mehringer Schweiz direkt an der Mosel. Römische Spuren sind bis heute in der Treppenanlage erhalten, die zur Pfarrkirche St. Martin führt.

Die katholische Pfarrkirche St. Martin ist ein barocker Saalbau aus dem Jahr 1764 und der Westturm ist romanischen Ursprungs, erbaut auf römischen Fundamenten, der Chor zeigt sich spätgotisch und die Erweiterung ist neobarock. Weinberge umranken das ortsbildprägende Bauwerk, das sich im Inneren mit Rokoko-Elementen schmückt.

Wie meistens an der Mosel, wird natürlich auch in Riol Wein angebaut. Man kann sich wandernd auf den Weinerlebnispfad begeben. 15 Tafeln bringen einem dem Weinbau seit der Römerzeit näher und die Weinbaulage an der Mosel. Wenn man Glück hat, kann man auch den Winzern bei der Arbeit zusehen und sich kundig machen.

Zwischen den Stationen 12 und 13 gibt es einen Einstieg in den beliebten Klettersteig Riol. Trittsicherheit ist gefragt auf der 1,4km langen Bergwanderung zum Aussichtspunkt Kammer Knüppchen (auch Kumer Knüppchen genannt) im Kammerwald. Knifflige Passagen bieten ein Seil zur Sicherung. Auf der bergigen Tour hat man dann Begegnungen der anderen Arten, vielleicht mit der gemeinen Felsenbirne, einer Pechnelke oder der Felsen-Fetthenne und dem Feuersalamander. Das Kammer Knüppchen liegt auf 322m und der Aufstieg wird mit einem Panoramablick über Mehring und Riol belohnt.

Wer bei der Wanderung ins Schwitzen gerät, kann sich nach im Freizeitpark Triolago erfrischen. Hier gibt’s seit 2010 Hotel, Campingplatz, Badesee, Bootsverleih, Wasserskiseilbahn, Rodelbahn Moselbob, verschiedene Outdoorspiele und man kann sogar in einem Fass schlafen, nicht versehentlich und weinduselig, sondern ganz bequem und offiziell in einem der fünf Fässer mit je zwei Betten. Allerdings: 2016 meldete die Betreibergesellschaft Insolvenz an. Wie’s weitergeht mit dem Triolago ist noch unklar.

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