Richstein

Im südöstlichsten Winkel der Wittgensteiner Kammer hat sich der Leisebach ein Tal zu Füßen von Didoll (590m) und Hohenstift (610m) gegraben. In dieser recht abgeschiedenen Ecke liegt der kleine Ort Richstein, seit der kommunalen Neuordnung 1975 ein Ortsteil von Bad Berleburg. 1348 wurde die Ortschaft erstmals erwähnt.

Aus dieser Zeit stammen vermutlich auch die bescheidenen Reste der früheren Burg Richstein auf dem Burgberg (490m) westlich von Richstein. Die Ruine auf einem 33x37 Meter messenden Plateau ist frei zugänglich. Sie wurde ursprünglich von den Landgrafen von Hessen erbaut und fiel schon bald wegen geleisteter Dienste dem Grafen Johann von Wittgenstein als Lehen zu. Im 16. Jahrhundert diente die Anlage als Witwensitz. 1590 zerstörte ein großer Brand die rund dreißig Höfe, die vor der Burg ein Dorf gebildet hatten. Als das Dorf wieder aufgebaut wurde, wählte man als Standort das Tal. In der Folge verfiel die verlassene Burg zusehends.

Begibt man sich an den Fuß des Burgbergs, kann man einen informativen Naturlehrpfad erwandern. Er beginnt im Haintal und führt einmal um die Burgruine herum. Zu vielen verschiedenen Themen rund um die heimische Natur sind Informationstafeln entlang des Weges aufgestellt. Das Besondere daran: Sie wurden in liebevoller Arbeit und mit viel Hingabe von Grundschülern gestaltet.

Südlich von Richstein befindet sich das knapp 15ha große Naturschutzgebiet Finkental. Auf den Magerwiesen finden Orchideenarten wie Knabenkraut und Waldhyazinthe optimale Bedingungen vor. Und die wiederum sind Nahrungsquelle für zahlreiche bedrohte Schmetterlingsarten, die hier zu Hause sind.