Rheinpark (Duisburg)

Hochfeld liegt südlich der Innenstadt von Duisburg. Südlich sind zahlreiche Gleise eines Güterbahnhofs, der Dickelsbach mündet in den Rhein und Wanheimerort schließt sich an. Östlich kommt der Verkehr der A 59 vorbei und da liegt Neudorf, westlich ist der Rhein und den konnten die Hochfelder viele Jahre lang gar nicht erreichen.

Zwischen Hochfeld und dem Rhein lag die Schwerindustrie und die Eisenbahn. Seit 2004 entsteht hier zwischen dem Kultushafen und der Brücke der Solidarität der Rheinpark Duisburg. Die Wiesenflächen liegen erhöht, so dass man einen ungehinderten Rheinblick genießen kann. Zwei Brücken überwinden die Güterbahnlinie und ermöglichen den Zugang zu einer anderthalb Kilometer langen Rheinpromenade.

Einen markanten roten Sichtbogen liefert die Brücke der Solidarität bei Rheinkilometer 775,29. Ihre längste Stützweite beträgt 255,9m. Die Brücke verbindet die Stadtteile Hochfeld und Rheinhausen. Die Stabbogenbrücke trägt seit 1950 die Moerser Straße und hieß damals noch Admiral-Graf-Spee-Brücke. 1988 wurde sie umbenannt. Die Umbenennung geht auf eine Krise in der Stahlindustrie 1987 zurück und die Schließung eines Stahlwerks in Rheinhausen. Krupp-Arbeiter, die der Brücke den Namen gaben, demonstrierten und hielten Mahnwachen. Am neuen Namenstag kamen 50.000 Stahlkocher aus über 60 Hüttenwerken zur Brücke, die Lehrwerkstatt von Krupp fertigte das neue Schild und brachte es an und die Stadt übernahm ihn.

In Richtung Stadtteilmitte und am Rande des Rheinparks steht die katholische Pfarrkirche St. Bonifatius in Hochfeld unter Denkmalschutz. Die 1912 gebaute Kirche fällt durch ihren hohen Turm auf, der ein Satteldach mit Kupferbahnen hat. 1861 gab es bereits die erste Messfeier in Hochfeld, damals noch in einem Klassenzimmer. Seelsorge war nötig geworden auf der einst so genannten Feldmark, da die Bevölkerung im Zuge der Industrialisierung stark angewachsen war und viele katholische Arbeiter an den Rhein und ins Ruhrgebiet kamen. St. Bonifatius wurde dreischiffig im Stil der Neoromanik mit Rundbögen errichtet.

Ein weiterer Turm steht in Hochfeld mit dem Wasserturm an der Paul-Esch-Straße. Der Wasserturm wurde 1917 für die Dampflokomotiven gebaut. Der 47m hohe Turm besteht aus Stahlbeton mit Ziegelmauerwerk. In den 1960er Jahren würde die Versorgung von Dampfloks überflüssig und damit auch der Zweck des Turms. In den 1990er Jahren wurde der Turm umgebaut und der Wassertank entfernt. Heute ist der Wasserturm ein Industriedenkmal, beinhaltet Büroetagen und oben ist Gastronomie, die türkisches Frühstück anbietet. 206 Stufen führen hinauf und liefern einen wunderbaren Panoramablick über Hochfeld. Es gibt auch einen Aufzug zur Aussicht.

Südlich des Rheinparks ist die Kläranlage Hochfeld und dort mündet der Dickelsbach in den Rhein. Der Dickelsbach entspringt bei Ratingen-Hösel und hat dann einen knapp 22km langen Lauf vor sich, bis er nahe des Rheinparks, dem Güterbahnhof und zwischen den Stadtteilen Hochfeld und Wanheimerort in den Rhein mündet.

Eine Siedlung wurde ebenfalls nach dem Gewässer benannt und zwar die Dickelsbach-Siedlung in Wanheimerort. Sie entstand 1926 als erste von insgesamt drei Typenbausiedlungen. Die zweite heißt Siedlung Ratingsee und ist in Obermeiderich, die dritte in dem Stil ist die Diegardt-Siedlung in Neuenkamp. Architektonisch wird die Dickelsbach-Siedlung in eine Reihe mit Siedlungen in Rotterdam (1925, Kiefhoek) und den Bauten von Erst May in Frankfurt verglichen. Die Backsteinreihenhäuser unter Flachdach mit grünen Türen, kleinen, grün umrahmen Fensterchen haben nur eine Breite von 4,3m und einer Tiefe von 7,85m je „Kaninchenstall“. Der bietet 57qm, die sich auf zwei Etagen verteilen.