Rheinorange

Nordwestlich der Innenstadt von Duisburg fließt die Ruhr, die nahe Winterberg im Rothaargebirge ihre Quelle hat und nach 219km Lauf in den Rhein mündet. Der Rhein-Herne-Kanal, eine 45km lange Bundeswasserstraße, gesellt sich ebenfalls hinzu. An diesem interessanten Punkt wurde Kunst inszeniert mit der Stele Rheinorange.

Die Stele Rheinorange bildet weithin sichtbar eine 25m hohe, 7m breite und 1m tiefe Landmarke. Sie stammt vom Kölner Bildhauer Lutz Fritsch, der sie 1992 bei Rheinkilometer 780 für diesen Ort schuf. Mit der 83t schweren Stele wurden inhaltlich die Flussmündung, der größte Binnenhafen Europas, die Stahlindustrie und das in Duisburg bedeutsame Wilhelm-Lehmbruck-Museum der modernen Skulpturen verwoben.

Der Name Rheinorange ist ein kleines Wortspiel und gründet sich auf die Farbe des reinen Oranges, RAL 2004. An der Stele ist das Ziel des Ultramarathons „Tortour de Ruhr“, der in Winterberg startet und nach 230km an der Ruhr-Mündung ankommt. Auch der Ruhrtalradweg endet hier, auf dieser Strecke sind auch die Ultramarathonläufer unterwegs und zwar nonstop. Dafür sollte man dann zwischen 28 und 40 Stunden Zeit einplanen.

Die Rheinorange liegt im Duisburger Stadtteil Kaßlerfeld, das sich zusammen mit Neuenkamp in einer Art Insellage befindet, umschlungen von Ruhr und Rhein. Einst wurde das Land auch zu Weidezwecken genutzt. Die Halbinsel ist westlich der Duisburger Altstadt und insgesamt leben hier rund 7.000 Menschen. Neuenkamp ist zwischen der A 40 und dem Parallelhafen. Kaßlerfeld und Neuenkamp lagen ganz früher mal auf der anderen Rheinseite und im Beritt von Moers. Daher kommt auch der Name der ausgedehnten grünen Auen der Moerser Grinden, die den Rhein begleiten.

Einen Eindruck von Ruhrgebiet erhält man in Neuenkamp mit der Diegardt-Siedlung. Hier reihen sich zweigeschossige Flachdachbauten aus Backsteinen aneinander. Die Diegardt-Siedlung entstand 1927 am Parallelhafen und war die dritte Typenhaussiedlung im Stil des Neuen Bauens.