Revierpark Nienhausen, Schurenbachhalde und Nordsternpark


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 16 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 44 Min.
Höhenmeter ca. ↑255m  ↓255m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Was brauchen wir „Inselhopping“ im Mittelmeer wenn wir „Haldenhopping“ an Emscher und Rhein-Herne-Kanal machen können? Mit dabei: die Halde Zollverein, die Schurenbachhalde am Rhein-Herne-Kanal, wo wir uns im Nordsternpark vergnügen können. Bergbaugeschichte nachspüren lässt sich bei der Halde Zollverein oder die Zeit unterhaltsam im Revierpark Nienhausen verbringen.

Genau dort starten wir. Der Revierpark Nienhausen, geizt nicht mit Gesundheitsangeboten: Wellness, Schwimmbad, Sauna, ein Seminarzentrum und ein Teich im Nienhausenbusch, an den das gastronomische Waldhaus angrenzt. Nördlich von uns ist die Trabrennbahn Gelsenkirchen und dahinter die Halde Zollverein 4/11, die wir gegen Ende der Wanderung kennen lernen.

Wir biegen zunächst in den Nordsternweg. Linkerhand ist das Gründerzentrum Triple Z auf dem Gelände der Schachtanlage 4/5/11. Es geht vorbei an einer Klinik für Tauben. Auf der gleichen Seite von uns aus gesehen erhebt sich das Minarett einer Moschee. Auf dem nächsten Abschnitt der Wanderung werden wir in etwas abgeänderter Version auf der Rücktour erneut vorbeikommen. Wir machen jetzt einen kurzen Schwenk auf den Imkerweg, kreuzen den Nordsternweg auf unserer Runde, die uns an den Kleingärtnern „Auf der Heide“ vorbeibringt. Nun heißt es den Emscherschnellweg (A 42) schnell hinter uns zu lassen und aufi! zur Schurenbachhalde, von 38m auf 83m rauf.

Die Schurenbachhalde wurde von der Zeche Zollverein bis 1986 aufgeschüttet. Bis in die 1990er Jahre kam Abraum auch von anderen Steinkohlebergwerken. Untendrunter ist der Schurenbach. Obendrauf ist Platz für Kunst. 67t wiegt die 14,5m hohe, 4,2m breite und 13,5cm dicke Bramme für das Ruhrgebiet, die quasi aus der Asche weithin sichtbar emporragt. Auch oben, bei der Betonstele Schurenbachhalde, hat man einen herrlichen Panoramablick. 40 markante Aussichten wurden in einem Essener Projekt ausgewählt, mit Beton-Stelen versehen, darauf ein QR-Code, den man scannen kann, um zu erfahren, was sich einem alles vor das Auge schiebt.

Wenn wir wieder unten sind, geht es über den Rhein-Herne-Kanal und die Emscher in den Nordsternpark. Die Zeche Nordstern war von 1868 bis 1982 tätig. Ab 1993 wurde kräftig saniert und dank der Bundesgartenschau 1997 entstand aus dem Areal ein Landschaftspark, der die Elemente der Industrieanlagen integrierte, wie die Kohlenmischanlage mit Brandbrücken und Kohlebunker oder Fördertürme. Des Weiteren ist hier viel Raum für Sport und Spiel verschiedener Altersgruppen und wer es gemütlich mag, geht zum Schiffsanleger.

Entlang des Ufers des Rhein-Herne-Kanals machen wir uns auf die Rückwanderung über den Nordsternweg, die A 42 hinter uns lassend, zur Moschee an der Schalker Straße, jetzt halten wir uns aber links bei der Taubenklinik und wandern auf die Halde Zollverein 4/11, die bis 1987 anwuchs und hernach begrünt wurde. Der Blick fällt unter anderem auf die Trabrennbahn Gelsenkirchen.

Auf unseren Rückweg zum Revierpark Nienhausen kommen wir ein kleines Stück durch das Naturschutzgebiet ehemaliges Floatglas-Gelände, wo sich geschützt Wiesevogelarten ihre Nester bauen können. Floatglas ist übrigens ein Flachglas, bei deren Herstellung das flüssige Glas auf einem Flussmittel „schwebt“ (engl. to float). Zum Schluss schweben wir noch über den Schwarzbach und am Freibad vorbei, bereit für Wellness.

Bildnachweis: Von Spyrosdrakopoulos [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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