Regionalmuseum Alsfeld

Museen sind nicht jedermanns Sache, aber im malerischen Fachwerkstädtchen Alsfeld am Nordrand des Vogelsbergs ist das etwas anderes. Denn auch ohne die Museen zu besuchen, kann man sich schon von der äußeren Optik beeindrucken lassen. Das 1897 gegründete Regionalmuseum, das zunächst im Weinhaus untergebracht war, residiert seit 1977 in zwei schmucken Patrizierhäusern in der Rittergasse.

Das Neurath-Haus ist ein mächtiges viergeschossiges Patrizierhaus mit reichem Fachwerk, das 1688 erbaut wurde. Eine breite Toreinfahrt führt zur rückwärts gelegenen Scheune aus dem Jahr 1687. Bemerkenswert ist die prachtvolle Renaissance-Haustür, nach hessischer Art mit Ober- und Untertür.

Das Nachbarhaus wird Minnigerode-Haus genannt, entstand 1687 und ist das einzige Bürgerhaus in Steinbauweise und mit barocken Stilformen in der Alsfelder Innenstadt. Das Portal ist mit schönen Steinmetzarbeiten imposant ausgestaltet. Durch die ehemalige Tordurchfahrt des Minnigerode-Hauses gelangt man heute in das Regionalmuseum Alsfeld.

Im Erdgeschoss des Regionalmuseums Alsfeld dominiert eine barocke Wendeltreppe den ersten Eindruck. Die Spindel der Treppe ist aus einem einzigen Eichenstamm gearbeitet und führt auf 8,12 m Länge durch zwei Geschosse hindurch. Neben der stadtgeschichtlichen Sammlung, in der auch vor- und frühgeschichtliche Funde, wie Faustkeile und keltische Halsringe, ausgestellt sind, zeigt das Regionalmuseum auch seltene und außergewöhnliche Ausstellungsobjekte, wie den Toraschrein, der aus der in der Progromnacht niedergebrannten Synagoge gerettet werden konnte und das prachtvolle spätgotische Messbuch aus dem Alsfelder Augustinerkloster von 1501.

Geht man die Rittergasse noch weiter westwärts kommt man wenige Meter hinter dem Regionalmuseum in die Sackgasse und hier wird Alsfeld ganz märchenhaft. Das 1628 aus Fachwerk errichtete Wohnhaus zeigt heute als Märchenhaus Alsfeld den Besuchern auf zwei Etagen in jedem Zimmer Märchen aus der Feder der Gebrüder Grimm. Bei ihrer Beschreibung des Rotkäppchens hätten sich die Brüder von der Schwälmer Tracht inspirieren lassen, heißt es. Puppenstuben aus zwei Jahrhunderten sind ebenfalls zu bewundern.